Traditionell modern

Donau Versicherung AG

Prof. Elisabeth Stadler
Prof. Elisabeth Stadler

Im Gespräch mit Generaldirektorin Prof. Elisabeth Stadler, über die neue Funktion bei der Donau Versicherung, die Strategie des Unternehmens und ihre persönliche Meinung dazu. Hier ein Auszug, das komplette Interview lesen Sie in der Mai Ausgabe von risControl.

Die Politik macht es einem der größten und stabilsten Industriebereiche in Österreich, der Versicherungswirtschaft, nicht leicht, auch die Signale in Richtung privater Vorsorge sind nicht erfreulich, wie ist Ihre Meinung?

Prof. Elisabeth Stadler: Grundsätzlich ist die wirtschaftliche Situation im Moment für alle Unternehmen sowohl in Österreich als auch in anderen Ländern nicht ganz einfach. Natürlich leiden wir als Versicherungswirtschaft ebenfalls darunter. In Richtung der Politik sehe ich wieder Zeichen in die falsche Richtung. Das wahrscheinliche Streichen der Absatzfreibeträge für die Lebensversicherung, für neue Verträge ab 2016, als Sonderausgabe ist ein Signal in Richtung Abwertung der privaten Vorsorge. Die Regierung sollte die private Vorsorge mehr unterstützen und das Instrument fördern. Ich bin ganz klar der Meinung, die private Vorsorge sichert auch die Zukunft der Sozialversicherung, wir sehen die private Vorsorge nie anstatt der staatlichen Absicherung, sondern immer nur als Ergänzung. Es sind weder der Konsumentenschutz noch andere Vertretungen sehr hilfreich in dieser Thematik. Auch bei der Naturkatastrophendeckung, sehe ich keine positiven Veränderungen. Leider werden alle von der Privatwirtschaft so dringend geforderten Lösungen immer wieder in die „Schublade“ gelegt, und nur im Falle einer Katastrophe wird kurz darüber diskutiert.

Gibt es noch Versicherungsbedarf oder ist es nur mehr ein Verdrängungswettbewerb?

Prof. Stadler: Wir haben in Österreich einen gesättigten Versicherungsmarkt, die Durchdringung ist besonders in der Sachversicherung durchaus gegeben. Eigenheim- und Haushaltsversicherung ist fast schon Standard, im Kfz Bereich hat die Kasko Versicherung auch bereits einen guten Stellenwert. Aber es gibt für mein Gefühl noch einige Sparten mit Potenzial, zB die Unfallversicherung, da ist vielen noch nicht bewusst, wie wenig die Sozialversicherung bei einem Freizeit Unfall leistet. Leistungen aus der Sozialversicherung gibt es nur bei einem Arbeitsunfall oder auf dem Weg von bzw. zu der Arbeitsstätte. Hier würde die Unfallversicherung in Leistung gehen und die Prämien sind wirklich für jeden leistbar. Weiteren Bedarf gibt es nach wie vor bei der Lebensversicherung und bei der betrieblichen Vorsorge. Österreich liegt im Westeuropavergleich bei der Durchdringung mit privater, – und betrieblicher Vorsorge noch immer unter dem Durchschnitt. Aber auch Themen wie Pflegevorsorge ein Bereich, der in Österreich fast nicht existent ist, wäre immens wichtig. Hier ist die deutlich österreichische Mentalität spürbar, sich nicht persönlich betroffen zu fühlen. Nur je mehr Personen im Familien – oder Freundeskreis von Pflegefällen betroffen sind, umso stärker wird das Interesse und umso mehr Information holen sich die Menschen.

Diese Seite verwendet Cookies. Mehr

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close