Außer Spesen nichts gewesen?

Doris Schachinger

Boniflex

Mit den Sorgen und Ängsten der Menschen Geld zu verdienen, ist moralisch nicht wirklich in Ordnung, kommt aber immer wieder vor. Die Firma Boniflex hat mit einer groß  angelegten Werbekampagne ihre Dienstleistung einem breiten Publikum vorgestellt, nämlich die Löschung von ungerechtfertigten Einträgen bei diversen Kreditschutzverbänden. Innerhalb der letzten 2 Jahre sollen es – laut eigenen Angaben – bereits mehr als 2.000 Personen  gewesen sein, welche ihre Dienstleistungen in Anspruch genommen haben. Diese ist aber etwas mehr als umstritten, denn nur die einfache Auskunft und Recherche über die Eintragungen kostet bereits 49,90. Damit wird lediglich der Status des Kunden erhoben. Die Auskunft über die eigene Bonitätslage kann man z. B.  über den KSV einmal pro Jahr kostenlos erfragen und auch bei anderen Kreditschutzverbänden ist das möglich. Auch die Arge Daten ist hier behilflich und stellt sogar Musterformulare zur Verfügung. Aber Boniflex bietet noch viel mehr, sie hilft um einen weiteren Obulus von knapp 300 Euro und pro Löschung nochmals 10 Euro, die nicht zu Recht bestehenden Einträge aus der Bonitätsliste entfernen zu lassen. Im Portfolio gibt es unterschiedliche Pakete bei der Bereinigung der Bonitätseinträge, z. B. das Bankenpaket um nur 149,90 oder ein Basispaket wo die Eintragungen von allen anderen Unternehmen beleuchtet werden. Auf Nachfrage mussten man aber natürlich bestätigen, dass man auf die sogenannten „Schwarzenlisten“ der Banken und Mobilfunkanbieter selbstverständlich nicht heran kommt. In Wahrheit besteht nur die Möglichkeit Löschungen zu veranlassen, welche nicht zu Recht bestehen. Also eine sogenannte „No na“-Dienstleistung, wobei wenn man sich die Arbeit nicht selbst machen möchte oder die Hoffnung hat Löschungen von Einträgen zu erreichen, die nicht Recht bestehen, ist es eine gute Wertanlage, oder? Es funktioniert nämlich auch kostenlos, z. B. mittels der schon vorher erwähnten ARGE Daten und man hat auch ein Recht darauf. Manchmal können groß angelegte Werbekampagnen auch nach hinten losgehen.

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