Die echten Bedrohungen liegen in China und Russland

Michael Kordovsky

China & Russland

Während das kleine Griechenland mit Schulden von „nur“ 3% der Wirtschaftsleistung des Euroraums täglich in allen Medien präsent ist, rückten die wahren Bedrohungen in den Hintergrund. Von der weltpolitischen Seite hat die NATO durch ein Militärmanöver in der Westukraine gerade die Lunte gezündet. Dieses Manöver findet genau zu einem Zeitpunkt statt, zu dem in der gleichen Gegend eine rechtsradikale Revolte ausbrach. Das Verhältnis Russlands zum Westen erreichte das größte Tief seit dem Kalten Krieg.
Eine weitere Gefahr geht von China aus, wo zuletzt ein Börsencrash binnen 3 Wochen Aktienwerte von 3 Billionen US-Dollar vernichtete. (Aktienmärkte Shanghai u. Shenzen verloren über 30%). Die teils mit Schattenbanken-Krediten befeuerte Immobilienblase beginnt zu platzen. Die Verschuldung der chinesischen Wirtschaft hat sich von 2007 bis Mitte 2014 auf 28 Billionen Dollar vervierfacht (282% des BIP). Ein rascher u. nachhaltiger Schuldenabbau erfordert aber ein höheres BIP-Wachstum als die 7% im 1. Quartal (Durchschnitt 1989 bis 2015: 9,06 % p.a.). Doch der HSBC Purchasing Managers Indx™ für Mai zeigte den ersten Produktionsrückgang seit Dezember 2014 – und dies in Kombination mit dem stärksten Exporteinbruch seit Juni 2013. Fazit: Russland und China sind unterschätzte Krisenherde.

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