Endlich

Doris Schachinger

Endlich ist er wieder in aller Munde, Studien, Diskussionen, Presseberichte und alles nur wegen uns Frauen. Der Weltfrauentag, wir werden gefeiert. Überall kann frau gendergerecht lesen, was nicht alles für die Rechte von Frauen getan wird. Forderungen seitens der Politik um gegen Benachteiligung am Arbeitsplatz vorgehen zu können, Offenlegung von Entlohnungsberichten bei großen Unternehmen um die Ungerechtigkeit ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen. Es steht außer Frage, Frauen müssen den selben Lohn erhalten wie Männer. Frauen sind einfach die besseren Männer, Frauen an die Macht. Ach tut das doch gut, diese Lobhudeleien und Lobgesänge auf uns, die wir uns doch bewusst sind, was wir schaffen, wir können und wir wollen. Die meisten von uns auf alle Fälle, so manch eine stellt Ihr Wissen und Können jedoch noch unter den Scheffel. Nichts da, Frauen voran. Und nun ab in die Realität, denn Weltfrauentag ist nur ein Tag und wie schon beim Muttertag, dem Weltmeerschweinchentag oder dem Tag des Baumes, nach den 24 Stunden ist wieder alles beim Alten. Und die Realität klingt so: In einer nicht so kleinen Stadt in Niederösterreich gibt es Mütter mit kleinen Kindern, die frau bzw. man glaubt es kaum, auch so gerne arbeiten gehen würden. Nicht, weil heutzutage Familien nur über die Runden kommen, wenn beide Elternteile arbeiten gehen, sondern rein zur Selbstverwirklichung. Diese Mütter haben die wahnwitzige Idee gehabt, nach der Schule ihre Kinder in einen Hort unterzubringen, jedoch: Pech gehabt, es gibt nur begrenzt Plätze. Und nach einigem Hickhack mit den politischen Führungsebenen in der Stadt kam es zu einer kaum gendergerechten oder politisch korrekten Aussage: Eine Partei, die christliche Werte unterstützt ist, ist für das Gemeinwohl der Familien da und nicht dafür, dass Kinder unter fremder Obhut erzogen werden. Man kann nicht unterstützen, dass Frauen lieber einer Arbeit nachgehen, als sich um das Wohl ihrer Kinder zu kümmern. (Kein Zitat).  Aber auch in Vorarlberg gehen die Uhren anders: Eine alleinerziehende Mutter ist nicht fähig Bürgermeisterin zu sein, nicht wegen ihrer Qualifikation sondern weil sie eben eine alleinerziehende Mutter ist. Keine Sorge hier waren nicht nur die Männer dagegen auch die Frauen im Dorf, lieber keinen Bürgermeister als eine Bürgermeisterin. Die beiden Geschichten passierten nicht im letzten Jahrhundert knapp um 1890 sondern im Heute und Hier. Weltfrauentag – morgen ist er wieder vorbei, dann kehrt Ruhe ein oder? Nein wir freuen uns auf den 3. November.

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