Hat der eigentliche Crash gerade erst begonnen?

Michael Kordovsky

Tokyo Börse

Der chinesische Aktienmarkt befindet sich erneut im freien Fall nachdem über das Wochenende keine staatlichen Interventionen verlautbart wurden. Der 24. August war ein Schwarzer Montag an dem der Shanghai Composite-Index um 8,46% einbrach und alle großen Weltbörsen mit in die Tiefe riss. Der DAX ist mittlerweile binnen eines Monats um 15% gefallen und hat fast alle Gewinne der vergangenen 12 Monate pulverisiert.  Die Panik griff mittlerweile auch auf den einst stabilen japanischen Aktienmarkt über.  Wichtige charttechnische Unterstützungen wurden und werden reihenweise unterschritten. Obwohl der Shanghai-Composite seit seinem Jahreshoch im Juni bereits 38% im Minus liegt, sieht es so aus als hätte der Horror erst so richtig begonnen. Die große institutionelle Verkaufsflut – vor allem von Seiten der CTAs – könnte noch bevorstehen und reihenweise Margin Calls würden dann die Abwärtsspirale noch zusätzlich verstärken, während der Hochfrequenzhandel Blut geleckt hat. Flash-Crashs sind jederzeit möglich, aber auch Interventionen der Notenbanken. Doch daran haben sich die Märkte zu sehr gewöhnt und könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass der Dollar bei diesem Crash außergewöhnlich schwächelt. Bis dato herrschte im Crash das Prinzip „Zurück ins Zentrum“.  Auslands-Assets wurden abgestossen, Erlöse repatriiert (zurück aufs Dollarkonto) und der Dollar tendierte fester. Nun ist die Erwartung groß, dass am 17. September in den USA die Leitzinserhöhung verschoben wird (Folge: Schwacher Dollar). Trifft das ein, dann ist dies wahrscheinlich kein Knüller mehr. Erhöht aber die Fed trotzdem die Leitzinsen, dann hätte sie unter Umständen ihre Glaubwürdigkeit als Stabilisierungsfaktor und Rettungsanker verspielt und die Büchse der Pandora wäre geöffnet.

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