Lehren aus dem VW-Skandal

Michael Kordovsky

VW
© flickr/Jon Matthies

„Too big to fail“ ist immer noch in den Köpfen von Investoren verankert. Verwöhnt durch das kontinuierliche Wachstum großer Konzerne seit den 80er-Jahren hat sich eine gewisse Überheblichkeit eingeschlichen, die fatale Folgen haben kann: Es ist eine Überheblichkeit nach dem Schema: „XY ist ein Konzern mit Gewinnen und Reserven von…. Das Unternehmen gibt es schon seit XY und was sollen so langzottelige Umweltfanatiker da schon ausrichten.“ Doch Hochmut kommt vor dem Fall. Finanzanalysten und Börsenjournalisten lassen sich gerne von den Bilanzzahlen beeindrucken und diese waren bei Volkswagen grundsätzlich überzeugend. Doch wer wagte den Blick über den Tellerrand der Buchhaltung und sah von anderer Seite Ungemach zukommen?

Bereits seit vergangenem Jahr wirft Greenpeace VW vor, mit unseriösen Zahlen und Werbeversprechen die Öffentlichkeit zu täuschen und seiner Klimaverantwortung nicht gerecht zu werden. Die Deutsche Umwelthilfe schlug in dieselbe Kerbe.  Nun befindet sich der VW-Konzern in einer existenzbedrohenden Krise und der Aktienkurs büßte vorübergehend 40% ein.  Hätte man beispielsweise einen Blick in das Finance & Ethics Research der software-systems.at  geworfen, hätten bereits früher die Alarmglocken geläutet. Auf Ethik-Research als Teil des Risikomanagements kann heute nicht mehr verzichtet werden. Und der VW-Skandal zeigt, dass Randfiguren des großen Spieles um Reichtum und Macht, wie zum Beispiel einzelne Umweltaktivisten oder sonstige Aufdecker  selbst große Konzerne ins Wanken bringen können. Fazit: Killerinstinkt, Ellbogen, große Klappe und gutes Marketing waren gestern. Heute ist Integrität überlebensnotwendig, denn so ziemlich alle Unregelmäßigkeiten gelangen früher oder später an die Öffentlichkeit.. Daher: Ethik-Research ist  unverzichtbarer Teil des Risikomanagements!!!

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