Cyberkriminalität

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Cyberkriminalität

Die Gefahren im Internet werden immer noch unterschätzt. Angebliche Gewinne in Millionenhöhe, falsche Spendenaufrufe von Hilfsorganisationen oder Spam-E-Mails von vermeintlichen Bankinstituten – die Tricks von Internetbetrügern, um an Geld oder Daten ihrer Opfer zu kommen, werden immer kreativer. Im Jahr 2014 wurden 8.966 Fälle bei der Polizei zur Anzeige gebracht. „Egal ob Hacking, Phishing, Identitätsdiebstahl oder leer geräumte Konten – Cybercrime wird in Zukunft jeden treffen. Und dennoch wird die Gefahr aus dem Netz von Privatpersonen wie auch von Unternehmen noch stark unterschätzt. Umso wichtiger ist es daher, auf Prävention und Aufklärung zu setzen und die Menschen für das Thema zu sensibilisieren“, erklärt Dr. Wolfram Littich, Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Dr. Othmar Thann, Direktor KFV, ist überzeugt, dass viele Menschen im Internet zu freizügig mit persönlichen Informationen umgehen und die Kriminellen so meist leichtes Spiel haben. Laut einer Umfrage durch das KFV glauben rund 82 % der Befragten nicht, dass sie auf einen Betrug im Internet reinfallen würden, aber nur vier von zehn Befragten können tatsächlich konkrete Indizien oder Merkmale einer Fake-Seite benennen. 61 % der Befragten stufen die Gefahr selbst einmal Opfer von Internetkriminalität zu werden, als „gering“ oder „sehr gering“ ein (vgl. 2014: 62 %). Dementsprechend leichtfertig ist auch der Umgang z.B. mit sensiblen Daten: Rund 50 % der Befragten stellen beispielsweise regelmäßig Urlaubsfotos ins Netz (vgl. 2014: 59 %).

Doch was können Internetnutzer tun, um sich vor Angriffen zu schützen? „Das Wichtigste ist eine ordentliche Portion Skepsis und Misstrauen gegenüber E-Mails und anderen Anfragen – selbst wenn diese von einem Freund oder einer offiziellen Quelle stammen sollten“, warnt Mag. Leopold Löschl vom Cybercrime-Competence-Center des Bundeskriminalamtes. „Gerade Phishing-Mails sind anhand weniger Eigenschaften oft relativ leicht als solche identifizierbar:
Grammatik- und Orthographie-Fehler, dringender Handlungsbedarf, Abfrage persönlicher Daten, Links oder eingefügte Formulare. Kreditinstitute oder seriöse Firmen generell würden aber nie persönliche Daten in einer E-Mail abfragen“.

In den meisten Fällen können ein gesunder Hausverstand, Eigeninitiative und einfache Präventionsmaßnahmen das Risiko, Opfer von Internetkriminalität zu werden, deutlich verringern. Außerdem haben Studien gezeigt, dass erfahrene Internetnutzer weniger den Betrugsversuchen von Cyberkriminellen zum Opfer fallen und sich allgemein umsichtiger im Internet bewegen. Löschl betont allerdings auch, dass im Kampf gegen Cyberkriminalität jeder Einzelne gefragt sei und gegen Kriminelle nur vorgegangen werden könne, wenn der Betrug oder Betrugsversuch auch zur Anzeige gebracht wird. Generell seien die Österreicherinnen und Österreicher aber mittlerweile besser gegen die Cyberkriminellen gerüstet.