Global Wealth Report

Allianz Versicherung

Die fünfte Ausgabe des Global Wealth Reports, der die Vermögens- und Schuldenlage der privaten Haushalte in über 50 Länder analysiert, wurde von der Allianz Versicherung vorgestellt. CEO Dr. Wolfram Littich: „Die niedrigen Zinsen hinterlassen auch in Österreich ihre Spuren, es wird um rund 65 Prozent weniger gespart als 2007“. Rund um den Globus summierte sich das Finanzvermögen auf ein neues Rekordniveau von 118 Billionen Euro. Haupttriebfeder des Wachstums war dabei die ausgezeichnete Entwicklung der Aktienmärkte in Japan, den USA und Europa: Das in Form von Wertpapieren gehaltene Vermögen erzielte ein Plus von 16,5 Prozent – sogar mehr als in den Jahren unmittelbar vor Ausbruch der Finanzkrise. Dahinter steht aber nicht die plötzlich wiederentdeckte Liebe der Sparer für Aktien. Lediglich in den USA floss frisches Geld in nennenswerter Höhe in Aktien oder andere Wertpapiere, vor allem Europäer zogen hingegen weiter Geld ab. Wirft man einen Blick auf die Veränderung des Bruttogeldvermögens zwischen 2012 und 2013, so liegen in Westeuropa Griechenland, Schweden und Großbritannien vorne. In Österreich wuchs das Brutto-Geldvermögen im vergangenen Jahr um magere 1,4 Prozent – das ist der niedrigste Wert in Westeuropa. Seit 2007, dem letzten Vorkrisenjahr, summiert sich der Zuwachs auf 18,3 Prozent, womit Österreich wiederum über dem europäischen Durchschnitt von 15,1 Prozent liegt.

Die Sparanstrengungen sind in dieser Zeit allerdings, wie in fast allen europäischen Ländern, auch hierzulande erheblich zurückgegangen: Während sich die „frischen Spargelder“ damals noch auf 21 Milliarden Euro beliefen, betrugen diese im vergangenen Jahr nur mehr rund ein Drittel davon. Aber auch wenn die Ersparnisbildung rückläufig ist, bleiben die Privathaushalte Österreichs mit Blick auf die Verschuldung Europas Musterschüler: Nicht nur gingen die privaten Verbindlichkeiten im letzten Jahr absolut zurück, in keinem anderen westeuropäischen Land war die Schuldenstandsquote (Verbindlichkeiten in Prozent der Wirtschaftsleistung) Ende 2013 zudem so niedrig wie hierzulande (53,7 Prozent). Auch die Pro-Kopf-Verschuldung lag mit 19.770 Euro signifikant unter dem regionalen Durchschnitt von 24.730 Euro. „So manche Regierung könnte sich an Herrn und Frau Österreicher ein Beispiel nehmen“, erklärt Littich. Weltweit zog das Wachstum der Schulden (einschließlich Hypothekenschulden) dagegen wieder an. Mit 3,6 Prozent wurde der höchste Zuwachs seit Ausbruch der Krise erzielt. Dennoch sank die globale Schuldenstandsquote im vergangenen Jahr noch einmal leicht um einen halben Prozentpunkt auf 65,1.  Beim realen Vermögenswachstum, fällt Westeuropa zurück und droht auch in der langfristigen Betrachtung, den Anschluss zu verlieren. Erstmals wird die Entwicklung der innerstaatlichen Vermögensverteilung mit Hofe einer „Vermögensmatrix“ unter die Lupe genommen. Das Ergebnis die globale Mittelschicht wächst. Die Ergebnisse entsprechen nicht unbedingt dem Bild einer stark zunehmenden Ungleichheit. Die Dynamik, mit der sich die globale Mittelschicht entwickelt, wird dabei vor allem über einen längeren Zeitraum hinweg deutlich: Seit dem Jahr 2000 hat sich jener Teil der Bevölkerung, der im globalen Maßstab über ein mittleres Vermögen – zwischen 5.300 und 31.800 Euro- verfügt, in Lateinamerika verdoppelt, in Osteuropa beinaheverdreifacht und in Asien sogar versiebenfacht. Aber das rapide Wachstum der Mittelschicht ist nicht für alle eine Erfolgsgeschichte. Gerade in den Ländern, in denen die Verschuldung in den letzten Jahren enorm angestiegen ist und deren Geldvermögen in der Krise gelitten hat, gibt es heute weniger Menschen mit hohem Vermögen als noch zu Beginn des Jahrtausends. „Die politischen Implikationen sind klar: Wer für eine homogenere Verteilung der Vermögen eintritt, sollte nicht darauf zielen, durch Steuern und Abgaben das Wachstum der Vermögen zu begrenzen, sondern vielmehr alles daran setzen, die Vermögensentwicklung insgesamt zu fördern. Wachstum ist die beste Medizin für soziale Gerechtigkeit“, so Prof. Dr. Michael Heise,Chefvolkswirt der Allianz SE.