Nachruf

Mit Bestürzung hat die Branche die Nachricht von der Tragödie um das Maklerpaar in Oberösterreich vernommen.
Ich selbst sah das Bild des Tatortes samt Artikel noch ohne Namen und erschrak – ich kannte das Haus. Erst vor wenigen Wochen war ich mit Gerhard Schopper auf einer Maklerveranstaltung und bei der Heimfahrt war ich zur Jause bei ihm und seiner mir zuvor unbekannten Gattin geladen.
Ein schmuckes Haus, ein liebevolles Ehepaar, ein erfolgreicher Betrieb, ein angesehener, leutseliger und lustiger Kollege, den ich seit vielen Jahren kenne und dem ich freundschaftlich und kollegial verbunden war.
Gerhard Schopper hat 1983 im Außendienst einer Versicherung begonnen, arbeitete sich rasch hoch und war seit 1992 selbstständiger Makler, der sich in der Branche, bei Kunden und auch in der Öffentlichkeit bald einen Namen gemacht hat. Gemeinsam mit seiner Frau war er bei vielen gesellschaftlichen Anlässen Gast wie auch Veranstalter, organisierte Charitys und Golfevents.
Was ihn etwas Betrübte war die Tatsache, keinen Nachfolger zu besitzen – die Tochter war vor fast genau 30 Jahren wenige Tage nach der Geburt gestorben.
„Überforderung“ wird von der Polizei als vermutliches Motiv für den tragischen Fall genannt.
Das kann gut stimmen, denn wir leben in einer Welt (und Branche), bei der Überforderung fast zum guten Ton gehört.
Einen Sinn vermag und will ich in diesem schlimmen Unglück nicht erkennen, aber einen Anlass zum Innehalten, zum Hinterfragen des „Ich und Selbst“, und zum aufmerksam(er)en  Beachten unserer Mitmenschen, kann man sicherlich erkennen.
Ich trauere um einen kollegialen Freund, und wünsche den Hinterbliebenen in der Familie und besonders den Mitarbeitern der Firma viel Kraft bei der Bewältigung dieses Verlustes.

Rudolf Mittendorfer