Naturkatastrophen 2016

Tsunami 2004

Die weltweit umfangreichste Datenbank über Naturkatastrophenschäden ist das NatCatSERVICE der Munich Re mit über 37.000 Datensätzen. Jährlich werden rund 1.000 Ereignisse erfasst und analysiert. Das letzte Jahr sind bei Naturkatastrophen weit weniger Menschen gestorben als im langjährigen Durchschnitt, dennoch vielen 8.700 Menschen den Wetterereignissen zum Opfer. Jedoch sind die materiellen Schäden aus der Reihe von schweren Erdbeben, Stürmen, Überschwemmungen, Dürren und Hitzewellen auf den höchsten Wert der letzten vier Jahre gestiegen. Sie betrugen 175 Mrd. US-Dollar. Der Anteil der nicht versicherten Schäden liegt bei 70 %, knapp 30 % wurde von Versicherern getragen. Außergewöhnlich hoch war der Anteil von Überschwemmungen wie Hochwasser oder Sturzfluten, die im letzten Jahr über 34 % an den Gesamtschäden beitrugen. Im Schnitt der vergangenen 10 Jahre betrug ihr Anteil nur 21 %.

„Nach drei Jahren mit relativ niedrigen Naturkatastrophenschäden lagen die Schadenssummen 2016 wieder im mittleren und damit zu erwartenden Rahmen. Schäden eines einzelnen Jahres sind natürlich Zufall und kein Trend“, sagte Vorstandsmitglied Torsten Jeworrek. „Bitter für die Betroffenen ist der hohe Anteil nicht versicherter Schäden vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Eine höhere Versicherungsdichte ist wichtig, um die finanziellen Folgen einer Katastrophe für Menschen möglichst zu lindern. Mit ihrem Risikowissen ist die Versicherungswirtschaft in der Lage, einen deutlich höheren Teil solcher unvorhersehbaren Risiken zu tragen.“ Die teuerste Naturkatastrophe war das Erdbeben auf Kyushu in Japan mit 31 Mrd. US-Dollar. Nordamerika wurde von mehr Schadenereignissen heimgesucht als in jedem anderen Jahr seit 1980, es wurden 160 Ereignisse wie z. B. der Hurrikan Matthew, registriert. In Europa ereigneten sich Ende Mai und Anfang Juni eine Serie von Unwetter mit Sturzfluten und schweren Hochwässern. Die weltweit teuersten Naturkatastrophenereignisse für die Gesamtwirtschaft in den Jahren 1980 bis 2015 waren die Erdbeben und der daraus entstandene Tsunami in Japan mit einer Gesamstschadensumme von 210.000 Millionen US Dollar. Für die Versicherungswirtschaft war es der Hurrikan Katrina, die einen Gesamtschaden von 125.000 Millionen US Dollar verursachte. Das tödlichste Ereignis war das Erdbeben und der Tsunami im Jahr 2004 auf der südlichen Halbkugel mit über 220.000 Todesopfer.