Österreich für Kinder sicher machen

VVO

Kind Unfall

Kein getötetes oder schwer verletztes Kind mehr in Österreich – so lautet das ehrgeizige Ziel der Initiative VISION ZERO 2020. Gemäß dem Motto „Volle Aufmerksamkeit – Null Unfälle!“ erklärten Vertreter des VVO, des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und des LKH Graz gemeinsamen  mit Familien- und Jugendministerin Dr. Sophie Karmasin Österreich zur kindersicheren Zone. Gezielte Informationen sollen das Bewusstsein für den Schutz der Kleinsten in Österreich steigern und Kinderunfälle durch praktische Präventionsmaßnahmen verhindern. Rund 165.000 Kinder verunfallten im Jahr 2014 in Österreich. „Wenn es um das Leben von Kindern geht, gibt es keine Kompromisse. Jeder einzelne Unfall, der verhindert werden kann, ist ein großer Gewinn, denn unsere Kinder sind unser wertvollster Schatz, den es bestmöglich zu schützen gilt. Machen wir Österreich nicht nur zum kinderfreundlichsten sondern auch zum kindersichersten Land Europas“, so die Familienministerin Sophie Karmasin und weiter „mit unseren Elternbildungsangeboten in Form von Webinaren, Broschüren und Videos möchten wir Eltern zusätzlich unterstützen und informieren“. Seit Jahren stagniert die Zahl der in Österreich verletzten und getöteten Kinder auf hohem Niveau. „Informationsoffensiven sind wichtiger denn je – Aufklärung und Sensibilisierung müssen klar gefördert werden“, betont Dr. Peter Thirring, Vizepräsident des Versicherungsverbandes VVO. „Immer noch ist die Kindersterblichkeit nach Unfällen in Österreich mit einer Rate von 20 Unfalltoten je 1 Million Kinder unter 15 Jahren um über 20 Prozent höher als beispielsweise in Schweden mit einer Rate von 16 (im Jahr 2011). Nicht vergessen werden darf auch, die große Anzahl an Kindern mit schweren bleibenden Schäden“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit). Durchschnittlich (2010-2014) verunglückt in Österreich alle drei Minuten ein Kind unter 15 Jahre, etwa alle 2 Wochen stirbt ein Kind an den Folgen eines Unfalles in Österreich. Damit sind Unfälle im Kindes- und Jugendalter eine der häufigsten Ursachen von Todesfällen und ernsthaften Körperschäden. „Durch einfache Sicherheitsmaßnahmen wäre eine Reduktion von bis zu 100.000 Kinderunfällen jährlich durchaus vorstellbar“, so Thann. Wie eine aktuelle KFV-Studie zeigt, sehen Eltern, wenn sie an die Sicherheit ihrer Kinder denken, die Gefahren meist zuerst im Straßenverkehr, das eigene Zuhause gilt als Ort der Sicherheit. Die Realität zeichnet ein anderes Bild: Nur zwei Prozent der Kinderunfälle betreffen den Straßenverkehr. 75 Prozent der Unfälle passieren zu Hause und in der Freizeit (ca. 123.000 verletzte Kinder unter 15 Jahren im Jahr 2014), mehr als 20 Prozent ereignen sich in der Schule und beim Schulsport. Die meisten Unfälle sind Stürze. „Durch die Stärkung des elterlichen Risikobewusstseins sowie einfache Sicherheitsmaßnahmen, lassen sich Haushalte im Handumdrehen kindersicher gestalten und Unfälle vermeiden. Kinderunfallexperte Univ.-Prof. Dr. Lars-Peter Kamolz, Leiter der Klinischen Abteilung für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie am LKH-Univ. Klinikum Graz ergänzt: „Natürlich gehören kleine Verletzungen zum Aufwachsen und der Entwicklung eines Kindes dazu und verheilen ja meist auch schnell. Unentschuldbar sind  allerdings jene Unfälle, bei denen sich Kinder aufgrund von fehlenden Schutz- oder Sicherheitsmaßnahmen so schwer verletzen, dass sie bleibende Schäden davontragen oder gar sterben. Der Großteil dieser Unfälle könnte meist auf einfache Weise vermieden werden.“ Denn jeder einzelne Kinderunfall, der verhindert werden kann, ist bereits ein wichtiger Schritt hin zur Erfüllung der „Vision Zero 2020“.

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