Aktionsplan Finanzdienstleistungen

Die Europäische Kommission hat einen Aktionsplan vorgestellt, der Verbrauchern einen besseren und leichteren Zugang zu Finanzdienstleistungen aus dem europäischen Raum gewährleisten soll. Sowohl der Wettbewerb als auch die Auswahl der Produkte soll erleichtert werden. Der Aktionsplan umfasst die Dienstleistungen im Bereich Kfz-Versicherung, Geldtransfer und Bankkonten aber auch Online Dienste und FinTechs.

Angesichts des Umstands, dass nur 7 % der Verbraucher derzeit Finanzdienstleistungen aus einem anderen EU-Mitgliedstaat nutzen, sollen mit dem vorliegenden Aktionsplan nationale Hindernisse beseitigt werden. Alle Verbraucher sollten frei aus einem breiten Spektrum von in der gesamten EU verfügbaren Finanzdienstleistungen wählen können und darauf vertrauen, dass sie als Verbraucher gut geschützt sind. Es sollte keine Unterschiede zwischen Produkte inländischer und ausländischer Anbieter geben. Das Gleiche muss aber auch für Finanzdienstleistungsanbieter geben, um die Vorteile des EU-Markts auszuschöpfen zu können. Der Aktionsplan umfasst unter anderem Kfz-Versicherungen, hier im Besonderen möchte die Kommission erreichen, dass Kfz-Fahrer ihren Schadensfreiheitsrabatt leichter im Ausland nutzen können. Die Gebühren für grenzüberschreitende Transaktionen mit nicht dem Euro-Währungsgebiet angehörenden Währungen sollen sinken; die Preisgestaltung bei Versicherungen für Mietwagen soll transparenter werden. Behördliche Hindernisse sowohl regulatorische als auch juristische sollen abgebaut werden um Unternehmen, die ins Ausland expandieren möchten, zu unterstützen.

Für digitale Dienstleistungen soll die Verfahrensweisen überprüft werden, um auch diese bei einer grenzüberschreitenden Tätigkeit zu unterstützen. Mit der selben Vorgangsweise soll eine EU-weite Geschäftstätigkeit bei FinTechs unterstützt werden. In der Veröffentlichung wurden drei Grundsätze verlautbart: Technologieneutralität, d. h. die gleichen Regeln sollen für über traditionelle Vertriebswege (z. B. über Zweigstellen) gehandelte, wie für digital verkaufte Produkte und Dienstleistungen gelten, um Innovationen zu ermöglichen und einheitliche Wettbewerbsvoraussetzungen zu wahren. Verhältnismäßigkeit, damit die Vorschriften unterschiedlichen Geschäftsmodellen, Betriebsgrößen und Tätigkeitsfeldern der regulierten Institute gerecht werden. Verschärfte Integritätsvorschriften, um Transparenz, Vertraulichkeit und Sicherheit für die Verbraucher zu gewährleisten. Bei der FinTech-Konferenz in Brüssel wurde die Konsultation aller interessierten Parteien zum Thema gestartet.