Der Leasingmarkt boomt

Wirtschaft

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Im ersten Halbjahr 2015 wuchs der heimische Leasingmarkt um ca. 10 %. Das Gesamtvolumen stieg in den letzten 15 Jahren von 4 auf knapp 6 Milliarden Euro. Den überwiegenden Anteil am Gesamtvolumen in der Branche stellen Kraftfahrzeuge mit 70 %. Allein 2014 wurden 152.000 neue Verträge in der wichtigsten Sparte, dem Kfz, abgeschlossen, insgesamt waren es per Ende des Vorjahrs bereits 487.000. Das bedeutet, dass bereits 40 % aller neu zugelassenen Kfz in Österreich geleast sind. Doch auch die Leasingbranche bleibt nicht von Betrugsversuchen verschont und ist daher gezwungen, geeignete Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Der KSV1870 schätzt, dass der Schaden durch Betrügereien für die Leasingbranche jährlich im zweistelligen Millionenbereich liegt. Warum das Thema an Aktualität gewonnen hat, skizziert Johannes Nejedlik, Vorstand der KSV1870 Holding AG: „Durch die Abschaffung des klassischen Typenscheins, der hochgradig fälschungssicher war, und die Einführung der neuen Zulassungsbescheinigung (2007) wurde betrügerischen Mehrfachfinanzierungen Tür und Tor geöffnet. De facto handelt es sich dabei nun um ein einfaches schwarzweißes A4-Blatt, das ohne Aufwand kopiert und vervielfältigt und schließlich auch als scheinbare Sicherheit hinterlegt werden kann.“ Um derartige Machenschaften zu verhindern, hat der KSV1870 eine „Assetdatenbank“ eingerichtet, ein zentrales Register, in das die Teilnehmer Kfz- und Mobilien-Assets bzw. die Finanzierungen dazu eintragen und abfragen. Will eine Person über eine Leasinggesellschaft oder eine Pfandleihanstalt ein Auto finanzieren, kann die Gesellschaft das Fahrzeug vorab anhand der Fahrzeugidentifikationsnummer (ehem. Fahrgestellnummer) in der Assetdatenbank suchen und überprüfen. Ist das Asset bereits vorhanden, scheinen zahlreiche andere Daten über dieses Objekt auf. Der Einmelder wird verständigt, wenn das Asset bereits registriert ist – und er erhält die Kontaktdaten des Abfragenden. Ist das Kraftfahrzeug bzw. die Mobilie vorhanden, wird der Neueinmelder also gewarnt. Per Ende August 2015 beinhaltete die Datenbank bereits 263.242 Kraftfahrzeuge und pro Monat werden rund 15.000 Abfragen durchgeführt. Karin Meier-Martetschläger, Vorsitzende des Fachausschusses der Versteigerer und Pfandleiher der WKO, hat es sich ebenso wie der VÖL zum Ziel gesetzt, mittelfristig alle Mitglieder lückenlos anzuschließen.

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