Ein Meilenstein in der Branche

Meilenstein in der Branche

Erstmals haben der Verband der Versicherungsunternehmen in Österreich und die beiden Bundesgremien der Versicherungsagenten und der Versicherungsmakler und Berater in Österreich gemeinsam ein Positionspapier unterfertigt. Im Beisein der Fachverbandsobmänner Christoph Berghammer, MAS und KR Horst Grandits sowie des Vorsitzenden des Komitees für Marketing und Vertrieb des österreichischen Versicherungsverbandes Vorstandsdirektor Arno Schuchter, wurde das Papier anlässlich der Umsetzung der EU Richtlinie über den Versicherungsvertrieb (IDD) ins nationale Recht, heute (27.3.2017) in den Räumlichkeiten des VVO unterzeichnet und damit versandbereit an die zuständigen Ministerien gemacht. Arno Schuchter: „Ein historisches Ereignis, damit zeigen wir nicht nur seitens der Versicherungsunternehmen, sondern auch hinsichtlich der Vertriebswege Einigkeit, was die Umsetzung der IDD betrifft“. Im Positionspapier sind die gemeinsamen Anliegen im Zusammenhang mit der Umsetzung der Richtlinie festgehalten, wie zum Beispiel, dass die 50.000 bis 60.000 in der Branche tätigen Menschen bereits heute ein hohes Niveau der Qualität der Versicherungsvermittlung und des Kundenschutzes betreiben und daher eine Umsetzung über die bereits bekannten IDD Anforderungen nicht notwendig noch geboten wären. Eine sogenanntes gold plating würde wohl lediglich zu Wettbewerbsverzerrungen und zum Nachteil der österreichischen Versicherungsvermittler führen, ohne den Kunden weitere Vorteile zu bringen. Die Umsetzung sollte mit keinen zusätzlichen österreichischen Lösungen beinhalten. Die unterzeichnenden Parteien haben sich gemeinsam auf eine Diktion in Richtung Provisionsvergütungssystem geeinigt. Es sollte bei der Umsetzung keine Vorschrift erlassen werden, die das Einkommen der angesprochenen Berufsgruppen einschränken oder gar gefährden würden. Auch stellt ein anderes Vergütungssystem in keiner Weise einen Vorteil für Konsumenten dar. Das momentane Provisionssystem sichert die solidarische Finanzierung der Beratung durch die Versichertengemeinschaft und damit den Zugang für alle Kunden, die eine Beratung wünschen. Ein beratungsfreier Verkauf sollte nicht in der IDD umgesetzt werden. Im Bezug auf die Technikneutralität, sollen die Rahmenbedingungen dem Zeitgeist entsprechen und keine Kommunikationsform benachteiligt werden. Auch eine Streichung der Ausübungsform „Versicherungsvermittler“ soll in der Umsetzung erreicht werden, es gibt eine klare Unterscheidung zwischen Versicherungsmakler und Versicherungsagent. Weiters ist der Wunsch nach einer klaren Definition der Festlegung der Versicherungsanlageprodukte in das Positionspapier aufgenommen worden. Auch in Richtung beruflicher Schulung oder Weiterbildung hat man sich auf eine Grundlage von mindestens 15 Stunden inklusive Einsatz moderner Informationsvermittlung wie etwa E-Learning geeinigt. Problematisch sehen die Parteien den Zeitrahmen, noch sind keine Level 2 Maßnahmen bekannt, wobei die Umsetzung bereits bis zum 23.2.2018 erledigt sein muss. Eine Gewissheit über die Umsetzung wird für den Herbst erwartet. Lesen Sie mehr im nächsten risControl !ONLine!.