Finale Abstimmung

Christoph Berghammer, MAS, Obmann Stellvertreter und Arbeitskreisleiter für europäische Angelegenheiten

Über die IDD und den Änderungsvorschlägen wurde nun im EU Parlament final Abgestimmt. Nach dreieinhalb Jahren, am letzten Tag der lettischen Ratspräsidentschaft, fand man wurde nun endlich Kompromiss. Noch muss der Europäische Rat dem Gesamtentwurf inklusive der Änderungsvorschläge noch formell zustimmen. Man rechnet aber damit, dass die Richtlinie somit im 1. Quartal 2016 in Kraft treten wird. Interessant sind die nächsten Schritte, zwar ist kein generelles Provisionsverbot bzw. keine Provisionsoffenlegung beschlossen worden, aber die Mitgliedstaaten haben die Möglichkeit bei Umsetzung ins nationale Recht diese noch einzuführen. Innerhalb von zwei Jahren muss die Umsetzung erfolgen. Weiters sieht die Richtlinie eine Stärkung des Verbraucherschutzes vor, es soll für alle Versicherungsvertriebskanäle das gleiche Schutzniveau gelten. Das Grundformat des Produktinformationsblattes basiert auf den Vorschlägen der EIOPA. Die Gesamtkosten bei Lebensversicherungsprodukten müssen offengelegt werden. Auch wurde eine außergerichtliche Streitbeilegung mit aufgenommen. Nebenberufliche Vermittlung, Flat Rate und Pro Rata Versicherungen werden von der Richtlinie ausgenommen sein. MEP Mag. Othmar Karas, sieht in der neuen Richtlinie nur Vorteile, sowohl für den Konsumentenschutz – besserer Transparenz – als auch die Berücksichtigung der unterschiedlichen Kulturen der Mitgliedstaaten. Für MEP Markus Ferber bestand das Ziel darin, die Lücke zwischen Gesetzgebung im Hinblick auf Finanzprodukte und den Konsequenzen der Zersplitterung der Versicherungsmärkte durch die IMD 1 zu schließen. Seine Zukunftssorge gilt der regulatorischen Arbitrage zwischen Finanz- und Versicherungsprodukten. Der EU Kommissionär Jonathan Hill betonte vor allem die Wichtigkeit der erhöhten Transparenz und dem verstärkten Konsumentenschutz. Hill strebt für die rasche Umsetzung der IDD in die nationale Gesetzgebung eine enge Zusammenarbeit mit EIOPA an. Obmann Stellvertreter und Arbeitskreisleiter für europäische Angelegenheiten Christoph Berghammer über die jahrelangen intensiven Gespräche mit entscheidenden Meinungsbildnern: „Ich bin sehr zufrieden über den Ausgang der Abstimmung. Der Einsatz gegen das angedrohte Provisionsverbot sowie die Provisionsoffenlegung haben sich gelohnt und wir konnten die Interessen der Versicherungsmakler auf europäischer Ebene hervorragend durchsetzen.“ „Die wesentlichen Punkte der IDD, wie erhöhte Transparenz und Verbraucherschutz unterstreichen die grundlegende Arbeit der Versicherungsmakler. Damit werden Vertrauensverhältnisse geschaffen und schließlich agiert der Makler in seinem täglichen Geschäft immer für den Kunden.“ erklärt Bundesobmann Akad. Vkfm. Gunther Riedlsperger. Es gibt auch viele weitere positiven Stimmen zur IDD, Axel Wehling, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft: „Die IDD schafft eine stabile und europaweit einheitliche Basis für einen fairen Versicherungsvertrieb. Erhöhte Transparenzanforderungen und neue Regeln für die Weiterbildung der Versicherungsvermittler werden zu steigender Beratungsqualität im Interesse der Kunden beitragen. Damit bekommt die europäische Versicherungswirtschaft ein modernes und zukunftsfähiges Regelwerk.“

Diese Seite verwendet Cookies. Mehr

The cookie settings on this website are set to "allow cookies" to give you the best browsing experience possible. If you continue to use this website without changing your cookie settings or you click "Accept" below then you are consenting to this.

Close