„Klassische Lebensversicherung, quo vadis?“

Institut f. Versicherungswirtschaft/JKU

"Klassische Lebensversicherung, quo vadis?“
"Klassische Lebensversicherung, quo vadis?“

Historisch niedrige Zinsen am Kapitalmarkt und neue gesetzliche Regelungen, wie verschärfte Solvabilitätsvorschriften, zwingen Lebensversicherer dazu, ihr Geschäftsmodell zu überdenken und die Kosten nachhaltig zu senken. Neue, innovative Produkte sollen dabei helfen, die zu erwartende Krise in der Lebensversicherung zu bewältigen. Das Institut für Versicherungswirtschaft an der Johannes Kepler Universität Linz hat sich diesem zukunftsweisenden Thema in seiner diesjährigen Frühjahrsveranstaltung angenommen. Gemeinsam wurden Grundsatzüberlegungen für mögliche Modelle dieses „millionenfach bewährten Geschäftsmodells“ angestellt, um dieses Produkt, das es mittlerweile seit rund 70 Jahren in Österreich gibt, weiterhin attraktiv zu halten. Für 2015 gelten jedenfalls der Garantiezins von aktuell 1,5 Prozent bei den meisten Anbietern, Befreiung von der Kapitalertragssteuer (KEst)  und die momentan noch gültige steuerliche Begünstigung von Vorsorgeprodukten, die mit der Steuerreform – wie bereits kolportiert – wegfallen wird. Für Jochen Ruß, den Miterfinder des nach ihm benannten „Ruß-Produktes“, der so genannten „kapitaleffizienten Klassik“ geht es vor allem darum, in Zukunft verstärkt lebenslanges Einkommen für das Alter zu erreichen („Sparen ist zu wenig“ – Stichwort „das Geld ist weg und ich bin immer noch da“) und mit der kapitaleffizienten Klassik ein in der Schweiz bereits eingeführtes Produkt als mögliche Variante für die Zukunft vorzustellen. Ulrich Mündlein stellte indes Vergleiche mit den Märkten, Produkten und Systemen in den USA und Japan an. Manfred Rapf, Sektionschef für die Lebensversicherung im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) stellte noch einmal den Erfolg dieses Produktes in die Auslage das seit 70 Jahren zu 100 Prozent funktioniert hat. Kein Anbieter sei je in Schieflage geraten, sämtliche Garantieversprechen wurden zu 100 Prozent eingehalten. Rapf betonte aber, dass angesichts aktueller Rahmenbedingungen (Niedrigzins, Solvency II, …) auch die Versicherer ihre Hausaufgaben zu machen hätten. Einigkeit herrschte bei den Vortragenden, dass reduzierte Garantien besser als gar keine Garantien seien und dass vor allem die Absicherung biometrischer Risiken noch mehr in den Fokus gestellt werden muss. Hier herrsche noch viel zu wenig Problembewusstsein in der Bevölkerung. Die klassische Lebensversicherung ist als Kombinationsprodukt von Risikoabsicherung und Sparkomponente einzigartig und alternativlos und streng genommen nicht mit reinen Veranlagungsprodukten zu vergleichen.

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