Forschungspreis

KFV

KFV-Forschungspreis 2015
Dr. Othmar Thann, Direktor KFV; Mag. Dr. phil Spitzer; Sabine Distl; DI Frischmann; DI Dr. Schlegl; Erich Leiß, Präsident KFV; Simon Zigala; Dr. Othman Thann, Direktor KFV (© Krisztian Juhasz)

Unter dem Motto „Sichere Lebenswelten“ wurde der mit 10.000 Euro dotierte KFV Forschungspreis zum zweiten Mal für herausragende wissenschaftliche Leistungen vergeben. Unter den zahlreichen Einreichungen konnte Thomas Schlegl von der TU Graz mit der Entwicklung einer Messtechnologie, die Unfälle vermeiden hilft, die internationale Fach-Jury besonders überzeugen. Anerkennungspreise gingen an Simon Zigala, Dražen Petrović und Maria Wegscheider sowie an Peter Spitzer und Sabine Distl. Der Forschungspreis wurde ins Leben gerufen, um Forscher zu motivieren, ihre Ideen neuer Methoden in der Gestaltung sicherer Lebenswelten zu präsentieren. „Eine neue Ära der Sicherheitsforschung hat begonnen. Während sich die Menschen vor drei Jahrzehnten noch vor Sicherheitsgurten fürchteten, unterstützen uns neue Technologien heute oft unbemerkt in sämtlichen Lebensbereichen. Technik soll die Folgen eines Unfalls nicht mehr nur abfedern – heute soll die Technik helfen, Unfälle überhaupt zu verhindern“, erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV.

Zukunft der Verkehrssicherheit als Schwerpunkt der Einreichungen

Die Einreichungen zum zweiten KFV-Forschungspreis waren für die Jury wie ein Blick in die Zukunft. Denn der Großteil der Arbeiten beschäftigte sich mit Technologien, die dem Menschen unauffällig helfen. Von Messtechniken war die Rede, mit denen Fahrzeuge zwischen Menschen und Objekten unterscheiden oder die Wachsamkeit ihrer Insassen erkennen. Von Maschinen, die „sehen“, ob sie mit Menschen oder Robotern arbeiten. Von Assistenzsystemen, die sich an Geschlecht und Alter der Lenkerinnen und Lenker anpassen. Von Autos, die untereinander und mit der Infrastruktur vernetzt sind, um einander rechtzeitig auszuweichen.

Den Hauptpreis erhielt Thomas Schlegl vom Institut für Elektrische Messtechnik & Messsignalverarbeitung der TU Graz. Schlegl entwickelte im Rahmen seiner Forschungstätigkeit eine Messtechnologie, die weitreichende Möglichkeiten im fahrzeugtechnischen Bereich eröffnet. So wäre damit beispielsweise das Einzwicken von Fingern beim Schließen von Fenstern, Türen oder Kofferraumdeckeln vermeidbar. Bei der Anbringung des Systems außen am Fahrzeug könnten z.B. Fußgänger-Kollisionen vorzeitig erkannt und passende Schutzmaßnahmen autonom eingeleitet werden. Voraussichtlich wird die von Schlegl entwickelte Messtechnologie auch einen großen Beitrag zur sicheren Realisierung des fahrerlosen Fahrzeuges darstellen. Simon Zigala, Dražen Petrović und Maria Wegscheider von der HTL Anichstraße in Innsbruck wurden mit dem Anerkennungspreis in der Kategorie „Innovative Nachwuchsforschung“ für ihre Diplomarbeit „Entwicklung eines innovativen technischen Verfahrens für Schnee- und Eisbefreiungsanlage für LKW-Dächer“ ausgezeichnet. Die Schüler beschäftigten sich im Zuge ihrer Diplomarbeit intensiv mit dem winterlichen Unfallrisiko auf Österreichs Straßen, das von herabfallenden Eisplatten von LKW-Dächern ausgeht. Sie entwickelten einen vollautomatischen Prototypen, das sogenannte BYT-System (Blow off Your Trailer), der es ermöglicht, Fahrzeugdächer effizient und kostengünstig von Schnee und Eisplatten zu befreien.

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