Makler im Regen

risControl

Beim CEO-Talk der Versicherungsmakler in den C-Quadrat-Räumlichkeiten in Wien, ging es nicht nur aufgrund der sommerlichen Temperaturen heiß her. In der Diskussionsrunde debattierten die sieben, von risControl und Dr. Steiner Vorsitzender der BiPRO in Österreich zum Talk geladenen, Geschäftsführer von Maklergruppierungen, Maklervereinigungen und großen Maklerunternehmen über die Herausforderungen der Digitalisierung für Maklerunternehmen. Dabei bekamen vor allem die Versicherer ihr Fett weg.

Gerade in der Schnittstellenthematik ist die Enttäuschung über die Assekuranzen bei den geladenen Maklern groß: „Die Versicherer lassen uns im Regen stehen“, kommentiert Herbert Orasche, Gründungsmitglied und selbstständiger Kooperationspartner der g&o Gruppe, die seiner Meinung nach ignorante Haltung der Versicherer gegenüber den Maklern. „Es gibt jedoch auch gute Beispiele, z.B. die Nürnberger oder HDI, wie eine gute Zusammenarbeit funktionieren könnte“, streicht Margit Eidenhammer, Geschäftsführerin der OVB hervor. Solange die Makler jedoch noch immer Produkte vermitteln von Versicherern die schlecht servicieren, solange wird nicht viel passieren, gibt Rainer Vogelmann, Geschäftsführer von DIE Maklergruppe zu bedenken. Die Lösung der uralten Schnittstellenproblematik liegt für die geladenen Gäste in der Vereinheitlichung bzw. Normierung der Plattformen. „Es ist weder für Versicherer noch für den Makler verkraftbar zehn oder 20 verschiedene Systeme zu unterstützen“, so Josef Sylle, Geschäftsführender Gesellschafter von CBN Brokernet. Mit normierten Maklerplattformen wie BIPRO oder OMDS soll diese Vereinheitlichung schlussendlich auf den Weg gebracht werden. „Versicherer, die sich nicht daran beteiligen, bleiben auf langer Sicht auf der Strecke“, meint dazu Christoph Berghammer Geschäftsführender Gesellschafter der CEBCO GmbH.

Schlussendlich forderten die geladenen Manager und Geschäftsführer einen Schulterschluss gegenüber den Versicherungen. Solange die Makler sich nicht einig sind auf einen Datenausgang, wird es auch für die Versicherer schwer die verschiedenen Gruppen mit ihren unterschiedlichen Lösungen zu bedienen. „Daher müssen wir erst unsere Hausaufgaben machen“, erklärt Josef Graf, Vorstand der EFM AG. In dieselbe Kerbe schlägt auch Franz Meingast, Vorstandsvorsitzender von SAFE7 Holding. „Es ist besser gemeinsam, als getrennte Wege zu gehen.“