Nachwuchsbörse

ÖVM

Follow Me! Nachfolgebörse für Versicherungsmakler
© fotodienst / Anna Rauchenberger

Der Österreichische Versicherungsmaklerring, hat unter dem Motto „Follow me“ eine umfassende Nachfolgebörse gestartet. Zum Start der Informationskampagne fand in Wien gemeinsam mit dem Fachverband der Versicherungsmakler und der Wiener Städtischen Versicherung eine hochkarätig besetzte Veranstaltung statt. Über 140 Versicherungsmakler informierten sich bei den Fachvorträgen zum Thema Betriebsübergange und den damit verbundenen juristischen, finanziellen und strategischen Fragen. Denn immer mehr Versicherungsmakler in Österreich suchen nach einem geeigneten Nachfolger für Ihren Betrieb. Das Durchschnittsalter liegt bei knapp 50 Jahren und bis 2018 steht ein Viertel aller selbstständigen Versicherungsmakler vor der Thematik der Übergabe. Fehlt der Nachwuchs, treten die Versicherer an ihre Stelle. „Mit unserer Matching-Plattform ‚Follow me!‘ wollen wir übergabe- und übernahmewillige Betriebe sowie mögliche Vermittler und Kapitalgeber zusammenbringen, den Austausch fördern und damit einen reibungslosen Generationswechsel in der Branche arrangieren“, erklärt ÖVM-Präsident Ing. Alexander Punzl. „Zusätzlich wollen wir damit einen wertvollen Beitrag für Versicherungskunden leisten, indem wir mit unserer Initiative die Zukunft unabhängiger und qualitativ hochwertiger Beratung in Österreich sicherstellen.“ Der Generationswechsel in der Maklerszene wird damit zum Dauerbrenner. Funktionieren die anstehenden Betriebsübergaben nicht einwandfrei, ruft das die Versicherungsunternehmen auf den Plan. Sie greifen entweder direkt oder indirekt mittels Versicherungsagenten nach verunsicherten Kunden, deren gewohnter Makler in den Ruhestand getreten ist ohne eine adäquate Nachfolgelösung zu finden. „Das hätte zur Folge, dass die Kunden künftig nicht mehr unabhängig über vielfältige Versicherungsleistungen beraten werden. Das wollen wir verhindern“, stellt ÖVM-Präsident Alexander Punzl klar. Ralph Müller, Vorstandsvorsitzender der Wiener Städtischen Versicherung und Gastgeber des Events, bezeichnete Makler als „routinierte Einzelkämpfer“ und hob deren große Bedeutung für die Versicherungswirtschaft hervor. Rund die Hälfte des Geschäfts der Wiener Städtischen kommt von Maklern, sagte Müller. Der Verkauf eines Kundenbestands oder des Unternehmens samt Mitarbeiterinnen stellt viele Makler vor technische, juristische und wirtschaftliche Herausforderungen. Gunther Riedlsperger, Bundesobmann der Versicherungsmakler, hat dafür Verständnis: „Ein Bestandswechsel ist schwierig, aber lösbar.“ In bestimmten Fällen könne es natürlich auch sinnvoll sein, das eigene Unternehmen abzuwickeln. Die Kunden könnten dadurch aber in andere Vertriebskanäle gelangen, und damit an Betreuungsqualität verlieren. Das sei nicht wünschenswert.

„Ein Bestandswechsel ist schwierig, aber lösbar.“ – Gunther Riedlsperger, Bundesobmann der Versicherungsmakler

Riedlsperger sieht die Zukunft der Versicherungsmakler grundsätzlich positiv, in nahezu allen Bereichen steigen die Marktanteile gegenüber Versicherungsagenturen und dem Direktvertrieb der Versicherungen. Die Kunden schätzen die Unabhängigkeit der Makler, sagte Riedlsperger. Eine Lockerung des Zugangs zum Beruf des Versicherungsmaklers vor dem Hintergrund der Nachwuchsproblematik lehnt er kategorisch ab. Dies hätte negative Folgen für die Beratungsqualität. Nicht die Überalterung sei im Übrigen das Problem, sondern die fehlende Ansprache und Motivation junger Menschen, den Beruf des Maklers zu ergreifen. Während Steuerberater Herbert Brunner über fiskalische Besonderheiten aufklärte, machte Wirtschaftsanwalt Bernd Trappmaier auf unternehmensrechtliche Aspekte aufmerksam. Unternehmensberater Christian Brandstätter fasste zusammen, worauf es bei der Berechnung des Bestandswerts ankommt. „Vertrauen Sie auf professionelle Unterstützung und bereiten sie sich sorgfältig und frühzeitig vor!“ Höhepunkt war der „Elevator Pitch“ wo  Österreichs große Maklergruppen in jeweils fünfminütiger Kurzpräsentation ihre Philosophie, ihre Motivation und Zukunftspläne präsentierten. Alfred Schönburg von AON, Friedrich Neubrand von Greco, Klaus Koban von der Koban Südvers Group, Josef Graf von EFM sowie Georg Eisenzopf von der SIVAG. Eines wurde bei dieser Veranstaltung klar,  nicht die Großen fressen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen. Dass sich die Branche rasant verändert, zeigten die Diskussionen.

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