„Den Einbrechern das Leben schwermachen”

VVO Versicherungsverband Österreich

„Den Einbrechern das Leben schwermachen”
Hartwig Löger (VVO-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender UNIQA Österreich), General Franz Lang (Direktor des Bundeskriminalamtes), Dr. Othmar Thann (Direktor des KFV), Prof. Dr. Louis Norman-Audenhove (Generalsekretär des VVO)

In den Wintermonaten haben Einbrecher besonders leichtes Spiel. Die Dämmerung setzt schon am späteren Nachmittag ein, während die meisten Berufstätigen noch in der Arbeit sind – die ideale Zeit für Dämmerungseinbrüche. Der österreichische Versicherungsverband VVO, das Bundeskriminalamt und das KFV haben deshalb in einer gemeinsamen Pressekonferenz dazu aufgerufen, gezielte Präventionsmaßnahmen zu setzen und präsentierten Ergebnisse aus der neuen KFV-Täterstudie.

Die Zahlen für das Jahr 2016 fallen positiv aus, 2016 ist die Zahl der Einbrüche um rund 16 Prozent auf 12.975 Anzeigen zurückgegangen. Positiv ist auch, dass der Anteil der abgebrochenen Einbruchsversuche im Vergleich zum Jahr 2000 (23 Prozent) deutlich angestiegen ist und nun bei rund 40 Prozent liegt. „Dieser Vergleich zeigt deutlich, dass Aufklärung und Bewusstseinssteigerung für Präventionsmaßnahmen wirken und dabei helfen die eigenen vier Wände sicherer zu machen“ betont Hartwig Löger, Vorstandsvorsitzender von UNIQA Österreich und Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. Gleichzeitig sieht Löger bei der Zahl der abgebrochenen Einbrüche eine enormes Potential zur Verbesserung: „Nur wenn wir alle gemeinsam etwas dazu beitragen, den Einbrechern das Leben schwer zu machen, werden die Zahlen der Einbruchstatistik weiter sinken.“

Einblicke in die Täterwelt

Um besser zu verstehen, wie Einbrecher ihre Tatorte auswählen, hat das Kuratorium für Verkehrssicherheit eine Umfrage unter 50 derzeit inhaftierten Einbrechern gemacht – das wenig überraschende Ergebnis: Einbrecher wählen in der Regel den Weg des geringsten Widerstands. Sicherheitstüren und Alarmanlagen sind die beste Abschreckung, denn häufig sind die Täter nur mit einem Schraubenzieher unterwegs. Die bevorzugte Vorgehensweise, um in ein Wohnobjekt zu gelangen, ist das Aufbrechen einer Tür oder eines Fensters. „Offene Türen und Fenster und herumliegendes Werkzeug laden geradewegs zum Einbruch ein“, erläutert Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV. „Schon mit ein wenig Eigeninitiative und kleinen Veränderungen der Gewohnheiten können wertvolle Maßnahmen zum eigenen Schutz vor Einbruch getätigt werden.“
Auch bei der Beute achten die Einbrecher darauf, diese schnell und einfach mitnehmen zu können – beliebt ist Bargeld, Schmuck und auch Handys. Der durchschnittliche Schaden beläuft sich auf etwa € 2000,-. „Mitgenommen wird, was offen im Haushalt liegt. Durchsucht werden meistens Laden von Schränken und Kommoden, ein noch immer beliebtes, jedoch auch bekanntes Versteck sind Vorratsdosen in der Küche“, erklärt der Direktor des Bundeskriminalamtes General Franz Lang.

Prävention

Zusätzlich zu den polizeilichen Maßnahmen im Kampf gegen Einbrüche sind eigene, oft einfache Präventionsmaßnahmen und eine gute Nachbarschaft bzw. gegenseitige Hilfe enorm wichtig. Eine Vertrauensperson, die bei Abwesenheit nach dem Rechten sieht und den Postkasten entleert, leistet wertvolle Dienste. Auch bei Facebook & Co. sollte man aufpassen. „Es wird viel zu viel Privates geteilt“, so Thann.

Das Kuratorium für Verkehrssicherheit hat für den Zweck des Einbruchsschutzes eine Checkliste erstellt, die zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen auflistet, diese ist unter https://bewusst-sicher-zuhause.at/checkliste-einbruch/ abrufbar.