Der Regen in Nachbars Garten

Versicherungsverband Österreich

Österreichs Extremwetterereignisse erreichen zumeist zwar keine weltweite Aufmerksamkeit, dennoch verursachen sie Jahr für Jahr Schäden in Millionenhöhe. In den letzten dreißig Jahren sind weltweit die wetterbedingten Versicherungsschäden um das 15-fache angestiegen. Pro Tag entstehen durch Naturkatastrophen weltweit Schäden in Höhe von 77 Mio. Dollar und nur ca ¼ sind versichert oder versicherbar. In Österreich entstehen durchschnittlich alle drei Jahre Schäden in Höhe von mehr als drei Millionen Euro. Erschreckend ist, dass ein Jahr nach dem großen Hochwasser 2013 die Österreicher unter dem Motto „Der Regen in Nachbars Garten“ unter einem hohen Verdrängungsmechanismus leiden. Bei einer repräsentativen Studie vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zeigt sich, dass ein Jahr nach dem Hochwasser, dass noch immer nur ein geringer Anteil an Personen die in der Risikozone leben, sich der Gefahr bewusst sind. 27 Prozent waren es vor dem Ereignis heute sind es 28 Prozent. Die Studie lässt eine hohe Vergessenskurve erkennen, es gibt auch kein nachhaltiges Verhalten in der Bevölkerung, was Präventionsmaßnahmen betrifft.  Dr. Thann Direktor des KFV, ist auch überzeugt, das einzelne Risiken und Risikozonen den Menschen einfach nicht genügend bekannt sind. Dabei gibt es in Österreich kaum ein Bundesland, dass nicht von Extremwettersituationen betroffen ist. Oft könnte mit einfachen baulichen Maßnahmen viel verändern. Die Gründe warum keine Präventionsmaßnahmen getroffen werden, sind vom Florianiprinzip bis zum Kostenprinzip alle in der Studie vertreten. Bei der Frage ob der Vorbereitung des eigenen Haushaltes auf längeren Stromausfall oder Ausfall der Nahversorgung können zwei Drittel mit der Bevorratung durch Lebensmittel eine Woche aushalten. Drei Viertel besitzen eine Erste Hilfe Ausrüstung, mindestens 78 Prozent können länger als eine Woche mit Hygieneartikel Batterien für Taschenlampen und Medikamenten auskommen. Bei der Pressekonferenz im österreichischen Versicherungsverband war auch Dr. Michael Staudinger Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, zugegen, der den Anfang des Jahres veröffentlichte Weltklimabericht erklärte. Mit großer Wahrscheinlichkeit werden die Extremnaturereignisse in den nächsten Jahrzehnten häufiger werden. Ein 20 jähriges Ereignis wird in den nächsten Jahren bereits alle 10 Jahre drohen.  Wobei Naturkatastrophen es auch immer schon gegeben hat. Nur war bis ins 19. Jahrhundert die Bedrohung durch Naturkatastrophen und deren existenzbedrohenden Auswirkungen mehr im Bewusstsein der Menschen. Was die Wissenschaft zu diesem Weltthema tun kann ist, langfristig dass Bewusstsein der Menschen schärfen, dass heutige Aktionen die das Klima beeinflussen die nächste und übernächste Generation der Menschen betreffen. Das Fazit von CEO Dr. Wolfram Littich Vizepräsident VVO  ist, dass Eigeninitiative zum Schutz gegen Naturkatastrophen in Zukunft wichtiger denn je wird. Auch das eigene Bewusstsein über Risiken sollte geschärft werden, denn nicht jedes Risiko ist versicherbar.

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