Internationales Jahr des Bodens

Österreichische Hagelversicherung

Acker

Für Herr und Frau Österreicher wird der Bodenverbrauch zu einem immer mehr ernsthaften Problem. 4 von 5 ÖsterreicherInnen kritisieren eine Verschandelung des Landschaftsbildes und verlangen in der Folge einen Stopp des Bodenverbrauches. Der Boden ist nämlich die einzige Ressource, mit der Lebensmittel produziert werden können und deshalb ist sein Schutz für eine Sicherstellung der Ernährung der weltweit steigenden Bevölkerung unverzichtbar. Dieser nicht unendlich verfügbare Boden wurde heuer auch von der UNO ins Rampenlicht gestellt – 2015 wurde zum Internationalen Jahr des Bodens ausgerufen. „Verbauen wir nicht die Zukunft unserer Kinder! Österreich soll auch in Zukunft ein Land der Äcker, und nicht ein Land der leeren Industriehallen, Straßen und Einkaufszentren sein. Böden sind Kulturgüter ersten Ranges. Sie sind unsere Lebensgrundlage und verdienen daher wieder mehr Respekt“, setzt sich Weinberger für sorgsameren Umgang mit der Natur und dem Boden ein. In den letzten 60 Jahren sind bereits 350.000 Hektar Felder und Wiesen unter Asphalt und Beton verschwunden – dies entspricht der gesamten Ackerfläche Oberösterreichs. Wenn dieser Versiegelungstendenz nicht Einhalt geboten wird, so wird die Landwirtschaft langsam, aber sicher gänzlich aus Österreich verschwinden. Denn jährlich werden in Österreich 0,5 Prozent der Agrarflächen (Deutschland: 0,25 % und Tschechien 0,17 %) verbaut, was bedeutet, dass es bei fortschreitender Verbauung in 200 Jahren keine landwirtschaftlichen Flächen mehr in Österreich gibt. Das hat neben negativen ökonomischen und ökologischen Auswirkungen auch einen volkswirtschaftlichen Negativeffekt auf den Tourismus, denn ein so verbautes Land ist auch für den Fremdenverkehr nicht sehr attraktiv. Ebenso ist die Artenvielfalt gefährdet, da der Boden als Lebensraum für viele Pflanzen und Tiere verloren geht. In Österreich gibt es laut Umweltbundesamt rund 13.000 ha (= 130 Mio. m2) leerstehende Industriehallen, bei Berücksichtigung von leerstehenden Wohn- und Geschäftsimmobilien sind es rund 50.000 Hektar (= 500 Mio. m2) leerstehende Gebäude, welche durch entsprechende Anreizsysteme wieder wirtschaftlich genutzt werden könnten. Eine Rückführung von diesen Brachflächen würde – ebenso wie die Revitalisierung von Ortskernen anstelle von Neubauten im Grünen – dem Trend der Versiegelung von Neuflächen entgegenwirken.

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