Naturkatastrophen in Österreich

VVO

Hochwasser

Die österreichische Bevölkerung muss sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten auf immer häufiger auftretende Wetterextreme einstellen. „Die Wucht der Natur haben schon viele Regionen in den vergangenen Jahren in Form von Hochwasser, Starkregenereignissen, Hagelschauern, massivem Schneefall oder in Form von Stürmen zu spüren bekommen. Durch die Topografie in Österreich gilt jedes Bundesland als Risikogebiet für Naturkatastrophen. Leider unterschätzen immer noch viele Menschen dieses Risiko“, erläutert VVO-Präsident Generaldirektor KR Mag. Dr. Othmar Ederer. Weltweit kann man klar einen steigenden Trend bei den Schäden durch Naturkatastrophen erkennen. In Österreich kann man neben den vielen regionalen Schäden ca. alle drei Jahre mit einer Naturkatastrophe in Höhe von mehr als 200 Millionen Euro versicherten Schäden rechnen.

Wissensstand der Österreicher gering

Ähnlich wie in den Jahren zuvor, glaubten auch 2015 viele der Befragten nicht, dass sie selbst einmal Opfer einer Naturkatastrophe in ihrem Wohnort werden könnten. Die meisten fühlen sich jedoch durch Unwetter (80 % Gefährdung) und Stürme (71 %) sowie durch Blitzschlag, Hitze und Schneechaos (jeweils rund 65 %) bedroht. Immerhin rund die Hälfte der Befragten nimmt auch eine Gefährdung durch Hochwasser wahr.
„In Österreich gibt es keine Region, die nicht von Extremwetterereignissen betroffen ist. Risiken und Risikozonen sind den Menschen zu wenig bekannt. Unsere Studien zeigen deutlich, dass die Menschen die Gefahren, die von Extremwetterereignissen ausgehen, stärker unterschätzen als bislang angenommen“ erläutert KFV-Direktor Dr. Othmar Thann.
Trotz einiger Hochwasserereignisse in den letzten Jahren, wissen derzeit nur 40 Prozent der Befragten, dass sich ihr Wohnort in einer Gefährdungszone befindet. Diverse Faktoren, wie etwa Erinnerungen an konkrete Naturkatastrophen und die mediale Präsenz stehen in direktem Zusammenhang mit der Risiko-Wahrnehmung. „Unsere Studien bestätigen, dass kleinere regionale Extremwetterereignisse zu keinem nachhaltigen Umdenken der Bevölkerung in Sachen Prävention führen. Trotz einer persönlichen Betroffenheit haben nur 6 Prozent der Bevölkerung bauliche Schutzmaßnahmen getroffen“, so Thann.

Schutz vor extremem Wetter

Nachdem der Sommer 2015 noch Millionen-Schäden durch Trockenheit brachte, so war er 2016 durch intensive kleinräumige Unwetter geprägt. „Österreich ist sehr unterschiedlichen Wettergefahren ausgesetzt, die von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark ausgeprägt sind. In jedem Jahr kommt es in nahezu jeder Jahreszeit zu markanten Schäden durch extremes Wetter. Viele Anzeichen sprechen dafür, dass extreme Wetterereignisse in den nächsten Jahren häufiger werden. In den letzten rund 100 Jahren war außerdem die Klimaerwärmung im Alpenraum mit knapp 2 °C doppelt so stark wie die weltweite Erwärmung von knapp 1 °C“, so Dr. Michael Staudinger, Direktor der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik.
Die ZAMG arbeitet daher mit ihren Partnern in zwei Richtungen. Zum einen geht es um maßgeschneiderte Warnungen für die jeweiligen Nutzer, zum anderen um langfristige Maßnahmen zum Schutz.