Online Vergleichsportale

Fachverband der Wiener Versicherungsmakler

Immer mehr Österreicher nutzen Online-Vergleichsportale um sich zu informieren und Preise zu vergleichen. Aber die individuellen Anforderungen der Konsumenten sind so komplex und bedarf umfassender Information anderenfalls besteht die Gefahr, das falsche Produkt oder eine unzureichende Deckung abzuschliessen. Daher ist das Anbieten und Vermitteln von Versicherungsprodukten im Internet ohne persönliches Beratungsgespräch bedenklich, wie ein Rechtsgutachten, dass von Brandl & Talos Rechtsanwälte im Auftrag der Wiener Versicherungsmakler erstellt wurde, aufzeigt. „Als unabhängige Berater sind wir in erster Linie unseren Kunden verpflichtet und Konsumentenschützer an vorderster Front. Wir haben daher Bedenken, ob im Internet die vorgeschriebenen Rahmenbedingungen zum Schutz der Konsumenten eingehalten werden und die gesetzlichen Beratungspflichten durch Online-Versicherungsvermittler erfüllt werden können“, erklärt Helmut Mojescick, Fachgruppenobmann der Wiener Versicherungsmakler. Das Rechtsgutachten zu den Rahmenbedingungen beim Vertrieb von Versicherungsleistungen im Internet unterscheidet zwischen komplexen und weniger komplexen Produkten. Versicherer müssen ihren Kunden beim Verkauf von „komplexeren“ Versicherungsverträgen ein Beratungsgespräch, zum Beispiel über eine Telefonhotline, ermöglichen. Der Kunde kann damit selbst entscheiden, ob er eine persönliche Beratung erhalten will oder nicht. Eine Ausnahme besteht jedoch, wenn der Versicherer den Verkauf von fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen über das Internet anbietet. Hier reicht es nicht aus, seinen Kunden Fragen nur zu ermöglichen. In diesem Bereich sind Versicherungsunternehmen zur anlage- und anlegergerechten Beratung verpflichtet. Der Versicherer muss also selbst die Initiative ergreifen und das Informations- und Bedarfsprofil des Kunden gezielt in Erfahrung bringen. Es muss daher zu einem Beratungsgespräch kommen.Was für Versicherer lediglich beim Vertrieb von fonds- und indexgebundenen Lebensversicherungen gilt, gilt für Versicherungsvermittler bei allen „komplexeren“ Versicherungsprodukten, die sie anbieten. „Vertreiben Versicherungsvermittler solche Produkte über das Internet wird das Bereitstellen einer Hotline– aufgrund der strengeren gesetzlichen Bestimmungen – nicht ausreichen. Eine gesetzeskonforme Beratung kann nur dann erfüllt werden, wenn ein Beratungsgespräch stattfindet“, betont Dr. Ernst Brandl, Brandl & Talos Rechtsanwälte GmbH.

 

Der Abschluss einer KFZ-Haftpflicht oder einer privaten Haftpflichtversicherung im Internet könnte laut Helmut Mojescick als weniger komplex eingestuft werden. Komplex wird es für den Kunden erst im Schadenfall. Dann stellt sich nämlich die Frage, an wen er sich wendet und ob der Schaden in seinem Sinne abgewickelt wird. Das Anbieten und Vermitteln von Versicherungsprodukten im Internet ohne persönliches Beratungsgespräch sehen die Wiener Versicherungsmakler daher jedenfalls bedenklich.

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