Rentenversicherung

Arbeiterkammer Wien

Rentenversicherung

Die Arbeiterkammer Wien hat von sieben Versicherern die Rentenversicherungstarife (wobei bei einigen Produkten die Lebensversicherung mit Wahloption lebenslange Rente gemeint wird) geprüft. Die kurze Zusammenfassung: Nur wer sehr alt wird und somit eine entsprechend lange Rente erhält, sollte sich dafür entscheiden. Auf Nachfrage bei der AK Wien, ob es eine Alternative für diese Art der Vorsorge gibt, kam die lapidare Antwort: „Die Arbeiterkammer ist dafür da, Probleme aufzudecken und zu informieren, nicht dafür Alternativen aufzuzeigen.“

Es wird von historischen Tiefstand der Renditen und erheblichen Kosten gesprochen. Für AK-Konsumentenschützer Christian Prantner ist es jedoch wichtig, die Produkte insgesamt nicht zu verurteilen, sondern hervorzuheben, dass Beratung in diesem Segment wirklich notwendig ist.

Wir haben KR Rudolf Mittendorfer, Konsumentensprecher der österreichische Versicherungsmakler, um ein Statement gebeten: „Die vorliegende AK-Studie stellt eine gute Informationsgrundlage für Rentenversicherungen dar. Erfreulicherweise wurde keine Tarife „verglichen“, welche durch eingebaute Risikoteile von der Veranlagungsprämie her besonders „schlecht“ aussehen – ausgenommen die monatliche Zahlung, was natürlich Unsinn ist. Die erstellte Studie ist grundsätzlich in Ordnung, geht aber nicht weit genug. Die Darstellung des Deckungsstocks ist sehr verwirrend und wenn man die Kapitalanlageverordnung der FMA genau liest, dann kommt beispielsweise heraus, dass bis zu 40 % in Immobilien (inkl. Immobilienaktien) veranlagt werden dürften. Auch die engen rechtlichen Zwänge bleiben unerwähnt; gerade diese sind es aber, welche das Veranlagungsergebnis belasten. Dem gegenüber kommen zwei wesentliche Aspekte leider überhaupt nicht vor. Zum einen die besondere Sicherheit von Versicherungen im Vergleich mit Sparbüchern oder Bankguthaben. Ferner die Tatsache, dass Versicherungen über Jahrhunderte – und über Weltkriege – Bestand hatten und haben, was u.a. dem vorsorglichen Geschäftsmodell zuzuschreiben ist.“

„Dass die gegenwärtige Rendite der Nullzinspolitik der EZB „geschuldet“ ist, kommt ebenfalls nicht vor“, so Mittendorfer weiter. „Damit hat die EZB die Schulden, welche die Staaten für die Rettung der spekulierenden Banken aufnehmen mussten, sozialisiert und bürdet sie dem Steuerzahler und den Sparern auf. Das gehört klar ausgesprochen. Dem gegenüber klingt zwar erstmals Kritik an Staatsanleihen auf, gleichzeitig werden aber auch die schwankenden Kurse von Aktien moniert. Was also soll der vorsorgewillige Bürger tun? Dass Vorsorge Not tut sieht wohl jeder, der nur ASVG-oder SVA Pensionen zu erwarten hat. Diese Antwort bleibt die AK jedoch leider schuldig. Immerhin bietet man als Alternative nun keine Bundesschatzscheine mehr an – die sind entschlafen. Der entscheidende Punkt aber ist die Absicherung des Langlebigkeitsrisikos. Das ist doch das Thema, dass gerade ältere Mitbürger bewegt. Was passiert, wenn meine Ersparnisse aufgebraucht sind, Mann/Frau aber noch immer lebt? Dieses ‚Risiko‘ kann nur eine Rentenversicherung abdecken, und daher soll und darf dabei ein seriöser Berater nicht über Renditen sprechen, sondern über die Notwendigkeit und die Höhe des existenzsichernden Betrages.“

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