Sommerbilanz

Europäische Reiseversicherung

Griechenland
© mariusz kluzniak/flickr

Im Zeitraum Juni – August hat die Europäische Reiseversicherung 379 weltweite medizinische Notfälle verzeichnet, das sind vier pro Tag. Davon war bei 34 ein begleitender Rücktransport per Flugzeug erforderlich, in 15 sogar der besonders aufwendige und kostenintensive Einsatz eines Ambulanzjets. Die meisten dieser Notfälle ereigneten sich in der Türkei (mehr als 100), gefolgt von Griechenland, den USA und den Balearen. Bei den medizinischen Diagnosen lagen Verletzung und Unfall mit 88 Fällen an der Spitze, gefolgt von Erkrankungen des Magen- und Darmtraktes. Von den insgesamt mehr als 11.000 Schadensfällen sind Reisestorno und Reiseabbruch zwar die häufigsten, jene mit Krankheit und Unfall  jedoch am kostenintensivsten. Dabei sind Fälle in Übersee und speziell in den USA am teuersten. In den benachbarten europäischen Urlaubsregionen landen verletzte oder kranke Urlauber häufig bei Ärzten, welche die e-card nicht akzeptieren oder in Privatspitälern, deren rasant steigende Tarife nur zu einem Bruchteil von der Sozialversicherung refundiert werden.

„Die medizinische Versorgung ist in den Fernreisedestinationen auf unterschiedlichem Niveau.“ – Mag. Wolfgang Lackner

Das zeigt das Beispiel eines Paares, das seinen Urlaub auf der spanischen Insel Gran Canaria verbrachte. Der Mann erlitt einen plötzlichen Schwächeanfall. Im Krankenhaus wurde eine akute Nierenentzündung diagnostiziert. Nach allmählicher Besserung seines Zustandes wurde er unter medizinischer Aufsicht nach Österreich gebracht. Die Reiseversicherung übernahm die Kosten für Spitalaufenthalt, nicht genutzte Reiseleistungen und den Rücktransport in der Gesamthöhe von 19.540 Euro. Die österreichische Sozialversicherung vergütete 1.773 Euro. Bei Fernreisen, deren Hochsaison im Herbst und Winter unmittelbar bevorsteht, können die Kosten sogar existenzgefährdende Höhen erreichen. Vorstandsvorsitzender Mag. Wolfgang Lackner: „Die medizinische Versorgung ist in den Fernreisedestinationen auf unterschiedlichem Niveau. In manchen Ländern erreicht sie westlichen Standard (speziell in Privatkliniken), in anderen muss mit Unterversorgung gerechnet werden, was im Notfall auch bei fehlender Flugtransportfähigkeit die Evakuierung eines Patienten in ein benachbartes Land mit entsprechender Behandlungsqualität oder – Flugfähigkeit vorausgesetzt – direkt zurück nach Österreich bedingt. Doch Achtung: wer außerhalb der Europäischen Union reist, muss bei Inanspruchnahme einer medizinischen Leistung immer in Vorleistung treten und kann die Rechnungen bei der heimischen Sozialversicherung einreichen. Diese erstattet jedoch meist nur einen minimalen Betrag der tatsächlichen Kosten. Zudem wird die Organisation ärztlicher Hilfe in exotischen Destinationen oft zur entscheidenden Frage.“

Welche Kosten anfallen können, zeigt der teuerste Versicherungsfall dieses Sommers: Eine junge Dame rutschte am Ende einer USA-Rundreise in Los Angeles in der Hoteldusche aus und zog sich den Bruch eines Lendenwirbels zu. Sie wurde durch eine Notoperation bestens versorgt, die Krankenhauskosten erreichten allerdings die schwindelerregende Höhe von 270.000 Euro. Der Rücktransport nach Österreich in Begleitung eines Arztes und eines Krankenpflegers in einer Linienmaschine verschlang weitere 30.000 Euro. Die  Reisekrankenversicherung deckte nicht nur diese insgesamt rund 300.000 Euro, sondern zusätzlich 4.300 Euro für den Krankenbesuch des Vaters. Die Versicherungsprämie betrug 210 Euro.

Der spektakulärste Versicherungsfall war der Absturz eines Wasserflugzeuges beim Landeanflug auf eine Malediven-Insel: Unter den elf Passagieren befand sich auch eine Familie mit zwei Kindern (drei und elf Jahre) aus Österreich. Alle blieben unverletzt, aber das komplette Gepäck, die Reisepässe und vor allem dringend notwendige Medikamente gingen verloren. Die Reiseversicherung besorgte binnen weniger Tage über die Botschaft in Neu Delhi Notpässe und innerhalb kürzester Zeit die dringend notwendigen Original-Medikamente aus Österreich. Auch das Reisegepäck wurde der Familie ersetzt. Die Versicherungsprämie für die Familie betrug 132 Euro.

Übrigens: Wer meint, durch seine jugendliche Widerstandskraft weniger gefährdet zu sein, kann eine böse Überraschung erleben: Bei den betroffenen Damen betrug das Durchschnittsalter 37, bei den Herren 40 Jahre.

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