Turbulente Zeiten

Vienna Insurance Group

Prof. Elisabeth Stadler
Prof. Elisabeth Stadler

Der Gewinn vor Steuern ist bei der Vienna Insurance Group auf Grund der bereits im November bekannt gegebenen Abschreibungen um mehr als zwei Drittel auf 172 Mio Euro eingebrochen. Das Prämienvolumen lag bei 9 Mrd. Euro. Die Combined Ratio betrug 97,3 %. Für das Geschäftsjahr 2015 ist eine Dividende von 60 Cent pro Aktie vorgeschlagen worden. Für heuer wird ein Gewinn bis zu 400 Mio Euro angestrebt. Die Prämien sind im Schaden/Unfall Segment um 0,8 %, in der Krankenversicherung um 3 % und in der Lebensversicherung, bei laufender Prämienzahlung um 4,9 % gesteigert worden. Die auf Grund des Niedrigzinsumfelds bewusste Zurückhaltung im Einmalerlagsgeschäft mit einem Minus von 15,7 % führte zum insgesamt leichten Rückgang von 1,4 % bei den verrechneten Prämien im Konzern. Die Solvency II Quote liegt für das Jahr 2015 bei rund 200 %. Das Unternehmen ist die einzige österreichische Versicherungsgruppe, der von der FMA zur Kapitalberechnung nach Solvency II ein „partiell internes Modell“ genehmigt wurde.

Das Management der VIG hält am Geschäftsradius Zentral- und Osteuropa sowie an den strategischen Eckpfeilern fest, betonte Prof. Elisabeth Stadler CEO VIG Konzern bei der Bekanntgabe der Zahlen für das vergangene Jahr. Die Prinzipien lauten, Mehrmarkenstrategie, lokales Unternehmertum, Multikanalvertrieb und konservative Veranlagungs- und Rückversicherungspolitik. Mehr als die Hälfte der erwirtschafteten Prämien kommen bereits aus den CEE Ländern. Der Konzern gibt für heuer ein klares Bekenntnis zum Wachstum bekannt. In den nächsten Monaten wird in den Märkten vom Baltischen bis zum Schwarzen Meer weitere Wachstumspotenziale geprüft. In Polen, Ungarn, Kroatien und Serbien strebt die VIG mittelfristig eine Steigerung des Marktanteils auf mindestens 10 % an. Wachsen will die VIG sowohl organisch als auch durch Akquisitionen. Produkt- und serviceseitig werden neue Schwerpunkte in Richtung Digitalisierung gesetzt. So gibt es in einigen Ländern bereits kreative technische Lösungen im KFZ – und Reiseversicherungsbereich. Weiters wird es einen stärkeren Fokus bei der Krankenversicherungssparte geben. „Bei all unseren Überlegungen muss natürlich immer die Profitabilität im Vordergrund stehen. Was sich nicht rechnet, bleibt tabu für uns“, so Prof. Stadler.