Versicherungsvermittlerrichtlinie

Christoph Berghammer, MAS Fachgruppenobmann der Salzburger Versicherungsmakler
Christoph Berghammer, MAS Fachgruppenobmann der Salzburger Versicherungsmakler

Nach drei Jahren Diskussion und einer Vielzahl von Kaffesudlesern ist die neue Versicherungsvermittlerrichtlinie nun politisch beschlossen worden, die Umsetzung ins nationale Recht wird voraussichtlich bis zum Herbst 2017 erfolgen, und da kann doch noch einiges passieren. Die Richtlinie gilt für alle Versicherungsvertriebe. Im Moment ist das allgemeine Provisionsverbot vom Tisch, es könnte nur mehr in nationalem Recht eingeführt werden. Versicherungsvermittler müssen ihre Kunden über die Art und den Ursprung ihrer Provision informieren und etwaige eigene finanzielle Vorteile bei Verkauf eines bestimmten Produktes aufzeigen. EU Finanzkommissar Jonathan Hill, sieht die Umsetzung als „eine gute Nachricht für Europas Verbraucher“. Konsumenten sollen beim Kauf einer Versicherung künftig in allen EU Ländern ein Standardinformationsblatt erhalten. Dies soll knapp und einfach über die Risiken, Art und Umfang der Versicherungsleistung sowie über die Versicherungsbedingungen informieren. Die Frage wird sich stellen, in welchem Umfang so ein Informationsblatt sein darf und kann. Auch Versicherungsangebote im Paket müssen in der Darstellung detailliert ersichtlich sein, d. h. einzelne Bestandteile müssen klar erkenntlich gemacht werden. Ausgenommen aus der IDD sind nach Angaben aus dem Europaparlament „einfache Verträge“ wie bestimmte Reiseversicherungsprodukte, welche bei einer Reise mitgekauft werden können. Was bedeuted die IDD für Versicherungsvermittler? Der Fachverband der Finanzdienstleister hat die Eckpunkte veröffentlicht: Die Weiterbildungsverpflichtung in Höhe von 15 Stunden im Jahr. Für Sachversicherung muss nur die Art und der Geber der Vergütung bekannt gegeben werden. Für den Bereich Investmentversicherungsberatung gibt es ein Modell, jedoch kein Provisionsverbot, sondern nur Qualitätsanforderungen und die Verpflichtung, dass die Vergütung keinen Interessenkonflikt erzeugt. Mag. Hannes Dolzer dazu: „Die letzten Wochen und Tage waren eine Hochschaubahn und ich bin sehr froh, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen konnten. Noch in der letzten Verhandlung wurde ein grundlegendes Provisionsverbot diskutiert und es musste in wenigen Stunden ein fundamentaler Angriff auf unser Vergütungssystem abgewehrt werden.“
KommR Wolfgang K. Göltl dazu: „Es ist uns gelungen, einen großartigen Verhandlungserfolg zu erzielen. Ich möchte mich dabei ganz besonders bei Fachverbandsobmann-Stellvertreter Mag. Hannes Dolzer und dem Team von BIPAR bedanken. Es zeigt sich, dass unser Hannes Dolzer die ideale Besetzung für den Fachausschuss für Europäische Angelegenheiten ist, da er bereits jetzt über ein wichtiges Kontaktnetz verfügt, welches er rasch für unsere Interessen einsetzen konnte. Wir werden uns jetzt den Text genau durchsehen und gemeinsam mit unserer Europäischen Interessenvertretung ab Herbst mit der Vorbereitung der Umsetzung beginnen.“
Christoph Berghammer, MAS Fachgruppenobmann der Salzburger Versicherungsmakler: „Nach viereinhalb Jahren mühsamer Verhandlungen sind wir sehr zufrieden, dass die neue Versicherungsrichtlinie sowohl bei den PRIPs als auch in der Sachversicherung kein Provisionsverbot vorsieht. „Eine Schlacht ist gewonnen, doch der Krieg ist noch nicht vorbei“, denn die Umsetzung in nationales Recht steht noch aus. Der Fachverband der Versicherungsmakler wird sich auch bei der Umsetzung ins nationale Recht mit derselben Energie und Umsichtigkeit für seine Mitglieder einsetzen, wie auch schon bei der neuen Versicherungsvertriebsrichtlinie.“

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