Es wird langsam eng

von Michael Kordovsky

Die ersten bedeutenden Länder schränken Kryptowährungen ein. Bitcoin-Mining wird zunehmend zu einem ökologischen Problem, während der aktuelle Marktwert diverser Krypto-Assets nicht mehr rational nachvollziehbar ist. Ein Totalverlust ist auf lange Sicht vorprogrammiert.

In der Türkei sind ab Ende April alle Zahlungen mit Kryptowährungen wegen signifikanter Risiken untersagt. Obwohl nur 0,34 Prozent aller Krypto-Überweisungen (Quelle: CryptoCrime-Bericht von Chainalysis) kriminellen Zwecken dienen, zählt die türkische Regierung auch die Möglichkeit der Verwendung von Bitcoin und Co. für illegale Zwecke zu den Gründen für das Krypto-Verbot. Weitere Gründe sind fehlende Aufsicht und starke Kursschwankungen. Allerdings ist das Halten von Kryptowährungen vom Verbot ausgenommen. Mitte März ging zudem ein Gesetzesentwurf aus Indien durch die Medien, wonach das Mining, die Ausgabe und der Krypto-Handel bald unter Strafe gestellt werden. Zu dem damaligen Zeitpunkt galt die Verabschiedung des Gesetzes als sicher.

In einem von „The Economist“ veranstalteten Online-Gespräch, erklärte EZB Präsidenten Christine Lagarde laut ETC Echo, dass sie Bitcoin nicht als echte Währung sehe, und deshalb würden Zentralbanken ihn auch nicht als Reservewährung halten. Viel mehr fordert sie bereits im Jänner eine globale Regulierung. Für sie seien Bitcoins ein hochspekulatives Anlageobjekt, bei dem es „einige komische Geschäfte und einige interessante und total verwerfliche Geldwäsche-Aktivitäten“ gegeben habe. Das war eine Anspielung auf illegale Transaktionen im Darknet.
Die US-Finanzministerin, Janet Yellen glaube nicht, dass Bitcoin weiterhin als Transaktionsmechanismus verwendet wird und befürchte, dass Krypto-Gold für „illegale Finanzierungen“ eingesetzt werde, da die Verwendung von Bitcoin schwer nachvollziehbar ist. Außerdem kritisierte sie die mit dem Mining verbundene Stromvergeudung wie folgt: „Es ist eine extrem ineffiziente Art, Transaktionen durchzuführen, und die Menge an Energie, die bei der Verarbeitung dieser Transaktionen verbraucht wird, ist erschütternd.“ Ebenso wie Lagarde kritisierte Yellen die spekulative Natur von Kryptowährungen.
Das dicke Ende naht
Das US-Finanzministerium sieht Steuerzahlungen, die von Bitcoin-Jüngern jedes Jahr vor dem Fiskus verheimlicht werden und eine weltweite Razzia der US-Steuerbehörde IRS an diversen Kryptobörsen erscheint nicht abwegig. Das hätte dann auch Signalwirkung auf Europa. Wer zu viel Kryptogeld hortet, gerät dann schnell einmal unter Verdacht der Steuerhinterziehung, Geldwäsche und sogar schlimmerer Delikte. In diesem Falle könnte ein falsch Verdächtigter über Anwaltskosten und mögliche Strafzahlungen mehr verlieren als er ursprünglich an Kapital eingesetzt hat.
Im Extremfall könnte es zu einer regelrechten „Hexenjagd“ auf Kryptowährungsbesitzer kommen, die dann reihenweise unter Generalverdacht stehen und dann per Beweislast-Umkehr ihre Unschuld beweisen müssten.
Der komplette Artikel ist in der Mai Ausgabe von risControl nachzulesen.