Österreicher hinken bei Gesundheitswissen hinten nach

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In Sachen Gesundheits(risiko)vorsorge ist noch viel zu tun: Im internationalen Vergleich ist die „Gesundheitsbildung“ der heimischen Bevölkerung nur unterdurchschnittlich und es gebe daher wenig Präventionsbewusstsein. Das züchte Generationen mit schwacher „Gesundheitskompetenz“, warnt Prof. Robin Rumler, Country Manager von Pfizer Austria, im Gespräch. Das führe auch dazu, dass die Zahl der „gesund erlebten“ Lebensjahre der Österreicher international unterdurchschnittlich sei. Man rede zwar viel über mangelndes Finanzwissen („Financial literacy“) aber zu wenig über „Health literacy“. Dabei hinke Österreich (auch) da international hinten nach.

Unter EU-Schnitt

Rumler verweist auf die Comparative Survey „Health literacy in Europe“, aus der hervorging, dass die Gesundheitsbildung der österreichischen Bevölkerung im europäischen Vergleich nur unterdurchschnittlich ist. Vergleichbare Länder wie Niederlande (71%), Irland (60%), Polen (55%), Deutschland (54%) und sogar Griechenland weisen demgemäß relativ hohe „Health Literacy“-Quoten in der Bevölkerung auf. Der EU-Durchschnitt lag bei knapp 53%. Österreich rangiert gemäß dieser wissenschaftlichen Vergleichsstudie mit knapp 44% gesundheitskompetenter Bevölkerung deutlich darunter. Gefolgt nur von den Spaniern und Bulgaren. Von den 44% „gesundheitsgebildeten“ Österreichern hatten demnach knapp 34% „ausreichendes“ Gesundheitswissen und nur knapp 10% „sehr gutes“. Dem stehen rd. 18% mit „unzureichenden“ und rd. 38% mit „problematischen“ Gesundheitskenntnissen gegenüber.

Eigenvorsorge

Versicherungspflicht sei nicht genug, es müsse ein „Umdenken“ geschaffen werden, plädiert Gesundheitsexperte Rumler daher. Es gehe nicht so sehr um die -vielen- finanziellen „Töpfe“, sondern eher um Motivation und Incentives für mehr Eigenvorsorge: „Du hast eine Selbstverpflichtung dir gegenüber.“ Denn schließlich habe Volksgesundheit einen „Riesen volkswirtschaftlichen Impact“. Im positiven, aber auch im negativen: durch steigende Kosten für Behandlungen, „Reparaturmedizin“, Betreuung und Pflege.