Weltumwelttag

Österreichische Hagelversicherung

Copyright Sy_Sarayut

Auch ohne der Corona Krise kommt heuer am Weltumwelttag (5.6.) keine Jubelstimmung auf. Denn der Bodenverbrauch in Österreich einhergehend mit Ressourcenschwund und Biodiversitätsverlust nimmt immer mehr zu. Letztes Jahr wurden in Österreich täglich 13 Hektar wertvoller Wiesen und Äcker für Straßen, Siedlungen, Shoppingcenter und Industriehallen verbaut. Die Zubetonierung von umgerechnet rund 20 Fußballfelder pro Tag hat aber dramatische Auswirkungen:
Tag für Tag sinkt durch die Verbauung der Selbstversorgungsgrad und Österreich wird zunehmend durch Importe verletzbar. Beim Brotgetreide haben wir mittlerweile nur noch einen Selbstversorgungsgrad von 87 Prozent, bei Spargel von 49 Prozent und bei Erdbeeren von 35 Prozent. Der Boden ist aber essentiell für die Lebensmittelproduktion – das hat auch die Corona-Krise gezeigt. Von Beton kann man nicht abbeißen.
Tag für Tag leidet die Kulturlandschaft und somit das Tourismusland Österreich unter dem Einfluss der Baggerschaufeln. So kritisieren laut einer market-Umfrage 4 von 5 Österreichern die Verschandelung Österreichs und wollen keine weitere Verbauung. Tag für Tag nimmt durch die Verbauung die Artenvielfalt ab. So leben rund 1,5 Millionen Regenwürmer in einem Hektar Boden. Pro Tag wird also die Lebensgrundlage von rund 20 Millionen Regenwürmern zubetoniert. „Faktum ist: Wir brauchen den Boden zum Leben wie die Luft zum Atmen. Der Boden ist die Haut der Erde, und weder Erde noch Mensch sind ohne Haut über lebensfähig. Wir brauchen daher einen Wandel hin zu einem intelligenteren Wirtschaftsdenken. Der Wohlstand einer Volkswirtschaft ist nicht nur an der Kennzahl des Bruttoinlandsprodukts, sondern auch am Erhalt unseres Naturkapitals wie Boden, Luft oder Wasser zu beurteilen. Auch das Humankapital gehört als Messgröße in die Beurteilung mit einbezogen. Diese Lehren müssen wir ziehen und diese Chance müssen wir für unsere nachfolgenden Generationen nützen – eine zweite gibt es nicht“, appelliert Dr. Kurt Weinberger, Vorstandsvorsitzender der Österreichischen Hagelversicherung anlässlich des morgigen Weltumwelttages.