Keine Verbesserung

RWB PrivateCapital (Austria) GmbH

Birgit Schmolmüller_©DieFotografen_MG_096

Die Gesetzeslage hinsichtlich Private Equity hat sich auch durch das Anti-Gold-Plating-Gesetz nicht verbessert. Mag. Birgit Schmolmüller, Geschäftsführerin von RWB Austria zeigt sich enttäuscht: „Wer in Private-Equity-Fonds investieren will, muss auch weiterhin ein unbelastetes Vermögen in Höhe von zumindest 100.000 Euro nachweisen. Allerdings darf nur ein Zehntel der Summe in diese Fonds investiert werden. Diese Vorgaben schließen den Großteil der Österreicher aus“. Schmolmüller stellt die Sinnhaftigkeit des AIFM-Gesetzes als Ganzes in Frage. „Der Zweck des Gesetzes ist der Anlegerschutz. Wenn aber Anleger per Crowdfunding direkt in risikoreiche Unternehmensgründungen investieren wollen, können sie das ohne Probleme tun. Hingegen wird Investitionen in Private-Equity-Dachfonds, die mit breiter Streuung sogar ein Teilverlustrisiko praktisch ausschließen, ein Riegel vorgeschoben.“ Außerdem schade das AIFM-Gesetz dem heimischen Wirtschaftsstandort, so Schmolmüller. „Bei etablierten, mittelständischen Unternehmen in Österreich beträgt der Anteil von Private-Equity-Finanzierungen nur ein Zehntel des EU-Schnitts. Ohne Liberalisierung ist die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft gefährdet – eine Abwanderung von Unternehmen und der Verlust von Arbeitsplätzen könnten die Folge sein.“ Um ein höheres Bewusstsein für die Anlageklasse Private Equity zu erzielen, verleiht die RWB Austria seit dem Jahr 2014 den Private-Equity-Journalistenpreis. Dabei gehe es aber keineswegs um die Auszeichnung von Schönwetterberichterstattung, sondern um eine ausgewogene Auseinandersetzung mit dem Thema, versichert Schmolmüller.
„Private Equity ist die älteste, traditionsreichste und renditestärkste Anlageklasse überhaupt“, sagt Schmolmüller. Unabhängige Statistiken des Analysehauses Cambridge Associates zeigen, dass die Anlageklasse Private Equity über zehn Jahre hinweg und länger jährlich rund fünf Prozentpunkte besser abgeschnitten hat als der Aktienindex MSCI World. „Für uns ist es völlig unverständlich, dass Privatanleger in Österreich weitgehend von dieser Anlageform ausgeschlossen werden.“
Der Private-Equity-Journalistenpreis ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. 2018 ging der erste Platz an Michael Kordovsky. Die Ausschreibung für die Neuauflage des Preises wird Anfang 2020 erfolgen. Von 15. Jänner bis 15. Februar 2020 können Beiträge eingereicht werden, die sich inhaltlich mit dem Thema Private Equity beschäftigen und in den Jahren 2018 und 2019 in einem österreichischen Medium erschienen sind.