Spiegelfonds

Baring / Michael Kordovsky

© Nicolas Herrbach

Barings legt in Irland Spiegelfonds des Barings Europe Select Trust und des Barings German Growth Trust auf um die Folgen des Brexit zu minimieren. Das Ergebnis des Brexit Referendums vom 23. Juni 2016 steht nun schon fast 3 Jahre lang fest und erst jetzt reagiert das Investmenthaus mit Fondsentscheidungen. Warum sollen ausgerechnet diese beiden Fonds die Folgen minimieren. In einer aktuellen Presseaussendung kommentiert Nick Williams, Portfoliomanager des Barings Europe Select Fund: „Ich freue mich darüber, dass wir europäischen Kunden unabhängig vom Brexit-Ausgang Anlagemöglichkeiten in die Europe Select Strategie bieten können. Europäische KMU haben im Vergleich zu Large Caps ihre langfristige Outperformance unter Beweis gestellt und bieten Investoren fortgesetzt eine Fülle von attraktiven Anlagegelegenheiten in Nischen- und Wachstumsmärkten.“ Ach so ist das – attraktive Anlagen in Nischen und Wachstumsmärkten, indem man Mid- oder SmallCaps favorisiert! Schon seit über 15 Jahren gibt es eine Inflation an SmallCap-Fonds, die phasenweise tatsächlich überdurchschnittlich gut performten und sich auch über mehrere Jahre durch starkes Momentum auszeichneten. Das Problem ist nur, dass diese „0815 Idee“ die breite Masse wahrscheinlich nicht mehr begeistert, da sie leider kein Novum mehr ist.
Der zweite Fonds, der die Folgen des Brexit abfedern soll, ist ein Deutschland-Aktienfonds, dessen Portfolio-Manager Robert Smith die Besonderheiten wie folgt skizziert: „„Am deutschen Aktienmarkt sind eine Vielzahl von Unternehmen präsent, welche in Sektoren tätig sind, die kurz- und langfristig von zyklischem sowie strukturellem Wachstum profitieren sollten. Deutsche Aktienpapiere bleiben unseres Erachtens attraktiv, was ihren geschäftlichen Fundamentalwerten zu verdanken ist. Papiere am deutschen Aktienmarkt sind nach wie vor geringer bepreist als Titel am breiteren gesamteuropäischen Markt.“ Dem kann man nur zustimmen, aber: Die fundamental günstigen deutschen Aktien kann man aber auch auf kostengünstigere Weise abdecken, nämlich über einen gewöhnlichen DAX-ETF mit Verwaltungskosten ab 0,05% p.a. (oder eventuell sogar schon darunter). Somit ist diese Idee ebenfalls keine Innovation mehr und es gibt „Billigkonkurrenz“ von der ETF-Seite her.

Unabhängig von der Qualität der beiden Fonds, die starker Substitutionskonkurrenz ausgesetzt sind, geht es um folgendes Grundprinzip: Es bedarf eingreifender strategischer Entscheidungen und einer zeitgerechten Umsetzung der Maßnahmen, um die Folgen des Brexits zu minimieren. Zwei Fonds, die starkem Mitbewerb ausgesetzt sind, sind dabei kein Allheilmittel und es ist fraglich wie viel Volumen in der aktuellen spätzyklischen zunehmend volatilen Marktphase akquiriert werden kann. Das gilt übrigens für alle Fonds jenseits eines einzigartigen USPs, meint Finanzexperte Michael Kordovsky.