Berufshaftpflicht­versicherung für Immobilienmakler

Höher Insurance Service

Nach der Auffassung der Interessenvertretung der Immobilientreuhänder können Immobilienmakler neben „Immobilienfonds“ – so der gesetzliche unpräzise Wortlaut – auch Veranlagungen in Bauherrenmodelle, (geschlossene) Immobilienfonds sowie Vorsorgewohnungen vermitteln.

Laut Rene Hompasz, MBA Geschäftsführer von Höher Insurance Services, macht dieser Umstand eine Überprüfung der Berufshaftpflichtversicherung für Immobilientreuhänder und -makler notwendig: „Die Pflichtversicherung muss nun auch Veranlagungen und die damit verbundenen erheblichen Pflichten (zB detaillierte Aufklärung über die sogenannten „Weichkosten“ [siehe ua OGH 6 Ob 118/16w], Angemessenheitsprüfung, Beratungsprotokolle, Risikoanalyse etc.) decken. Die Versicherungspflicht gemäß § 117 Abs 7 GewO 1994 sieht vor, dass Immobilienmakler (§ 94 Z35 GewO 1994) für ihre Berufstätigkeit eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen müssen. Gemäß den besonderen Vorschriften der §§ 158b ff VersVG führt eine etwaige Leistungsfreiheit im Vertrag dazu, dass ein Versicherer dem Geschädigten einen „nicht versicherten Schaden“ bezahlten muss und der Versicherer dann zum vollen Regress gegenüber dem Versicherungsnehmer berechtigt ist. Dies kann zu massiven finanziellen Auswirkungen führen, bis hin zur Insolvenz des Versicherungsnehmers/Schädigers und Vernichtung dessen wirtschaftlicher Existenz.“

Er rät auch, dass Immobilienmakler bei Ihrer Versicherung nachfragen sollten, ob der Versicherungsumfang auch die Beratung und Vermittlung von Veranlagungen in Bauherrenmodelle, Vorsorgewohnungen sowie die Vermittlung von Beteiligungen an (geschlossenen) Immobilienfonds (§ 117 Abs 2 Z 4 GewO 1994) umfasst und welche besonderen Obliegenheiten für deren Vermittlung bestehen. Wird diese Deckung nicht bestätigt, liegt offenbar kein Versicherungsschutz gemäß den gesetzlichen Vorgaben vor. Versicherungsvermittler, die Immobilienmakler versichert haben, sind gut beraten, wenn diese unverzüglich beim Haftpflichtversicherer des Immobilienmaklers diesbezüglich SCHRIFTLICH anfragen und den Kunden entsprechend informieren. Andernfalls kann dies zu einem Problem für den Versicherungsvermittler werden bzw. könnte der nicht versicherte Schaden eines Immobilienmaklers zum Schadenfall für den Versicherungsvermittler werden.

Wird hier nicht mit zweierlei Maß gemessen bei der Vermittlung von Investment zwischen Finanzdienstleistern und Immobilienmaklern?

Hompasz: Nein, es ist klar, dass jemand der sich zu einem Gewerbe bekennt für etwaige (Beratung)Fehler einzustehen hat, auch dann, wenn die für die Vermittlung erforderliche Gewerbeberechtigung nicht vorliegt. Wichtig ist, dass die passende Gewerbeberechtigung vorliegt und auch der Versicherungsschutz in der Berufshaftpflichtversicherung gemäß den gesetzlichen Vorgaben besteht.

Wie verhält es sich, wenn ein Versicherungsvermittler ein Investment in ein Bauherrenmodell vermittelt?

Hompasz: Versicherungsvermittler dürfen laut Gewerbeberechtigung Bauherrenmodelle nicht vermitteln. Wird dies trotzdem gemacht, müssen diese für etwaige Beratungsfehler einstehen und einen etwaigen Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen, da der Versicherer des Versicherungsvermittlers im Rahmen der Pflichtdeckung gemäß § 137c GewO 1994 nur für Schäden aus der Versicherungsvermittlung aufkommen wird.