Die Versicherungs­wirtschaft muss mit der Zeit gehen!

VVO Verband der Versicherungsunternehmen Österreich

Robert Lasshofer ©Ian Ehm

In der 500. Ausgabe von risControl lesen Sie das Interview mit VVO Präsidenten Mag. Robert Lasshofer. Hier ein Auszug:
risControl: Was bedeutet die Corona-Krise für die österreichische Versicherungsindustrie?

Mag. Robert Lasshofer: Die Corona-Krise hat die Versicherungswirtschaft – uns alle – vor nie geahnte Herausforderungen gestellt und wir haben in den letzten Monaten eindrücklich vor Augen geführt bekommen, wie rasch und unvermutet sich unser Leben in sozialer, gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Hinsicht ändern kann. Die österreichische Versicherungswirtschaft steht besonders in diesen Krisenzeiten zu ihren Kundinnen und Kunden, zu ihren Leistungsversprechen und hat sich so im März 2020 zu einem gemeinsamen Verhaltenskodex geschlossen verpflichtet. Dieser Verhaltenskodex hat sich in der Corona-Krise bis heute sehr bewährt. Er stellt einen wichtigen Beitrag dar, die Versicherungskunden in dieser herausfordernden Zeit bestmöglich zu unterstützen.

risControl: Zu Beginn der Corona-Krise hat sich die österreichische Versicherungswirtschaft auf einen gemeinsamen Verhaltenskodex geeinigt. Was beinhaltet dieser?

Lasshofer: Die österreichischen Versicherer spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft: Sie schützen Privatpersonen, Haushalte und Unternehmen vor existenzbedrohenden Risiken, indem sie die finanziellen Folgen von Sachschäden, bei Unfällen, Krankheit und auch Ableben abfedern. Die Branche hat seit dem Ausbruch der Corona-Krise gezeigt, dass sie Verbrauchern und Unternehmen in Härtefällen auf freiwilliger Basis und individuell unter die Arme greift. Dazu gehört die möglichst rasche Schadensabwicklung und Auszahlung von Leistungen genauso wie der individuelle, flexible und lösungsorientierte Umgang mit Prämienzahlungen. Hier gibt es beispielsweise die Möglichkeit, die Prämienzahlungen vorübergehend zu stunden und so den Vertrag – und damit den vereinbarten Versicherungsschutz – auch in dieser Phase aufrecht zu erhalten. Eine andere Möglichkeit ist, die Prämien – und damit einhergehend aber auch den Versicherungsschutz – zu reduzieren. Für individuelle Lösungen wird empfohlen, den persönlichen Versicherungsberater zu kontaktieren.

risControl: In Krisenzeiten denken Menschen vermehrt an ihre persönliche Vorsorge. Wie sieht der Versicherungsverband die Vorsorgethematik?

Lasshofer: Österreich hat ein sehr gut ausgebautes staatliches Vorsorgesystem. Die demografische Entwicklung ist jedoch Realität und wird das Pensionssystem vor Herausforderungen stellen. Das staatliche Pensionssystem hängt vor allem vom Verhältnis der Anzahl der Erwerbstätigen zu jener der Pensionsbezieher ab. Da der Anteil der Erwerbstätigen jedoch weiterhin im Sinken begriffen ist, aber gleichzeitig der Anteil, der über 60-Jährigen in der Bevölkerung steigen wird, wirkt sich das auch auf das staatliche Pensionssystem aus. Die erste Säule ist der wichtigste Pfeiler der Vorsorge, allerdings wird zum Erhalt des Lebensstandards in der Pension auch die private Vorsorge immer wichtiger. Nur durch ein integriertes Drei-Säulen-Pensionssystem kann ein Risikoausgleich in der Pension zur Sicherung des Lebensstandards im Alter erzielt werden. Die private Vorsorge soll das staatliche Vorsorgesystem erfolgreich ergänzen und damit auch entlasten.

Das vollständige Interview lesen sie in der April Ausgabe – 500. Ausgabe risControl.!