Gemeinsam statt einsam

Helmut Mojescick
Helmut Mojescick

KR Helmut Mojescick ist seit 32 Jahren erfolgreich im Versicherungsvertrieb tätig. Seit 2012 hat er die Funktion des Fachgruppenobmannes der Wiener Versicherungsmakler inne. Wir haben mit ihm über die Zukunft des Versicherungsmaklerberufes gesprochen.

rC: Wie sehen Sie die Zukunft des Versicherungsmaklers?

Mojescick: Für unser Büro sehr rosig. Die letzten fünf Jahre waren für unsere Kanzlei die besten in den letzten 30 Jahren und daher wird es auch 2019 nicht anders sein. Allgemein gesprochen, ist es etwas differenzierter. Der administrative Aufwand ist in den letzten Jahren enorm gestiegen, dadurch auch die Anforderungen an uns Versicherungsmakler. Die Zukunft wird meiner Meinung nach entweder bei der Spezialisierung des Einzelnen liegen oder im Zusammenschluss zu großen Verbänden.

rC: Vergleichbar mit Ärzten in Ordinationsgemeinschaften, um auch bessere Produkte und billigere Prämien anbieten zu können?

Mojescick: Bessere Produkte sind immer gut, aber bei billigeren Prämien sehe ich ein Problem. Es können gleichwertige Produkte nicht um dramatisch weniger Geld verkauft werden. Aber ein besseres Produkt zu einem angemessenen Preis ist jedem Kunden verständlich zu erklären. Die Problematik der Branche liegt, meiner Meinung nach, an der Prämientreiberei der letzten Jahrzehnte. Die Branche muss sich irgendwann dazu bekennen, dass es unsere Aufgabe ist, den bestmöglichen Deckungsschutz zu angemessenen Preisen zu finden, z. B. kostet eine Haftpflichtversicherung für einen Arzt in Deutschland, je nach Fachrichtung, das Vier- bis Zehnfache als bei uns. Oder eine Haushaltsversicherung in Spanien kostet das Vierfache im Vergleich zu uns. Geiz ist nicht immer geil – wer immer nach Schnäppchen jagt, sieht irgendwann einmal wie eines aus.

rC: Versicherungsprodukte von der Stange im Internet im Bereich Massengeschäft?

Mojescick: Das ist die Richtung, in die wir uns bewegen. Es ist auch die Konsequenz des hohen administrativen und legislativen Aufwandes des Einzelnen. Man muss sich überlegen, ob die Betreuung von Kunden wirtschaftlich ist, und da könnte es zu einem Schnitt beim Massengeschäft kommen. Man muss auch Versicherungsunternehmen verstehen, die versuchen, ihr Geschäft mit einfachen und nicht änderbaren Produkten im Internet zu machen. Diese Richtung schlagen auch einige Maklerkollegen bereits ein. Ein neues Geschäftsfeld, welches noch erobert werden kann.

rC: Neue Geschäftsfelder für Versicherungsmakler`?
Mojescick: Die Schadenabwicklung gegen Entgelt wird in Zukunft ein Geschäftsfeld sein, dabei ist aber viel Fachwissen und Zeit nötig. Bei Erfolg ist es aber eine gute Möglichkeit, eine erfolgreiche Kundenbindung aufzubauen.

Das komplette Interview lesen Sie in der Dezember Print Ausgabe.