Höchstmögliche Synergien

Dr. Philip Steiner
Dr. Philip Steiner

BiPRO wird in Österreich durch ein Gremium der österreichischen Mitglieder mit Namen „Ständige Versammlung Österreich“, kurz StVÖ, vertreten. Vorsitzender der StVÖ ist Dr. Philip Steiner, Geschäftsführer Clark Österreich. Seine beiden Stellvertreter sind Andreas Büttner, Geschäftsführer der ARISECUR und stellvertretender Obmann der Versicherungsmakler in Niederösterreich sowie Gerhard Spatt, Bereichsleiter IT der Allianz Elementar Versicherung AG. Wir haben mit Dr. Philip Steiner über Normen, Anwendungen, Vorteile und Implementierungen gesprochen.

Wie ist BiPRO in Österreich organisiert?

Steiner: Das Gremium tagt dreimal im Jahr, in Wien bei einem der Mitgliedsunternehmen. Jedes österreichische BiPRO-Mitglied ist automatisch Teilnehmer der StVÖ. Die StVÖ wählt aus dem Kreis der Mitglieder einen Vorsitzenden und zwei Stellvertreter. Wichtig ist – wie überall bei BiPRO – die Gremien paritätisch zu besetzen, d.h. es müssen sowohl Versicherungsunternehmen als auch IT-Dienstleister bzw. Versicherungsmakler vertreten sein. Der Vorsitzende der StVÖ nimmt ständig an den Tagungen des BiPRO-Präsidiums teil.   

Wie sind die österreichischen BiPRO Mitglieder – v.a. die Versicherungen – in die Normenentwicklung einbezogen bzw. wie wird der österreichische Standard entwickelt?

Steiner: Die BiPRO-Normen, die die österreichischen Unternehmen einsetzen, basieren grundsätzlich auf den Normen, die in Deutschland in den letzten Jahren entwickelt und umgesetzt wurden. Wir haben jedoch über kurze Projekte die österreichischen Spezifika eingearbeitet. Es war allen Beteiligten wichtig, dass Deutschland und Österreich auf einer gemeinschaftlichen Basis an Normen die Implementierungen der Services durchführen, jedoch alle länderspezifischen Unterschiede und damit die Bedarfe abgebildet werden können. Somit nutzen alle Mitglieder die höchstmöglichen Synergien der gemeinsamen Normentwicklung. Ferner sind einige Fach- und Technikspezialisten aus österreichischen Versicherungsunternehmen in die normprägenden Gremien der BiPRO gewählt worden, um die Belange entsprechend einbringen zu können.

Ursprünglich wurde ein eigener Verein für BIPRO Österreich angedacht, warum wurde dieses Vorhaben fallengelassen?

Steiner: Es hat sich in den Gesprächen mit BiPRO sehr schnell herausgestellt, dass die Gründung eines eigenen österreichischen BiPRO-Vereins ein deutliches Mehr an Komplexität und Aufwand gebracht hätte – ohne aber den entsprechenden Nutzen zu bringen. Wichtig war den österreichischen Mitgliedern ein lösungsorientierter und pragmatischer Ansatz, d.h. die schnelle Adaptierung der deutschen Normen und der schnelle Einsatz der ersten Normen war am Wichtigsten. Zum anderen sah man auch die Gefahr, dass wenn es einen eigenen Verein in Österreich gibt, mit eigenen Normstrukturen, sprich Gremien, dass dadurch eine Abstimmung mit dem Verein in Deutschland unnötige Aufwände und Kosten bedeutet oder gar völlig unabhängige Normen entstehen könnten und so die Synergie-Effekte gänzlich verschwinden.

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