Im Auge des Sturms

risControl Jubiläumsausgabe

Karl Wrumen

Karl Wrumen erinnert sich an die turbulenten Anfangstage von riskKontroll, über ambivalente Reaktionen der Branche gegenüber dem neuen Medium und überhebliche Maklerfürsten.  

Welchen Stellenwert nimmt risControl in ihrem Leben ein?

Bei allen Unwägbarkeiten in meinem Beruf als Makler und meiner anderen Tätigkeiten war risControl ein schwesterliches Schlachtschiff und unversenkbar. Aber grundsätzlich waren all die Tätigkeiten als Herausgeber, Redakteur und Obmann des „Österreichischen Versicherungsmaklerrings“ (ÖVM) Nebeneffekte meines Jobs als Makler, von dem meine Familie und ich lebten. Es war weder meine Bestimmung die Zeitung zu machen noch Obmann des ÖVM zu sein. Einer am Lagerfeuer musste das Feuer am Leben erhalten und der war eben ich. Niemals aber hätte ich mir vorstellen können, als ich die Zeitung 1978 gegründet habe, dass sie 2021 noch immer da sein würde. Es war kein Projekt, das auf Ewigkeit angedacht war.

Was waren die Beweggründe für die Gründung einer Zeitung?

Die Gründung war eine Idee, die aufgrund meiner damaligen Berufssituation entstand. Ich wollte, dass unser Berufsstand, den ich maßgeblich vertrat, sichtbar wird. Ich wollte meinen Berufsstand dadurch aufwerten. Nach dem Motto: Wenn es den Berufsstand gut geht, geht es mir auch gut. Es war damals der Not gehorchend und dem Drange selbst zu erkennen, wer bin ich und wozu bin ich überhaupt am Markt. Alle haben mich damals für einen Narren gehalten. Man könnte rückblickend sagen, sie hatten recht, aber ich habe das durchgezogen gegen unvorstellbare Widerstände, die aber mich persönlich nie erreicht haben, ich war sozusagen immer im Auge des Wirbelsturms. Aber es war auch Spaß und Freude und endlich etwas ganz anderes als Versicherung.

Wie vollzog sich der Start der Zeitung?

Ich war auf der Suche nach anderen Maklern. Ich wollte nicht wahrhaben, dass ich der Einzige bin, der als Makler durch Österreich kutschiert. Ich fand den Weg zum Doyen der österreichischen Versicherungsmakler, Kommerzialrat Mayer, Obmann des Vereins der Freunde der Versicherungsmakler. Das waren Großmakler, die Kontakte und Verbindungen zu internationalen englischen Brokern hatten. Freundlich empfangen fragte man was mein Begehr sei. Ich gestand Versicherungsmakler geworden zu sein und bemerkt zu haben, dass dieser Berufsstand in Österreich wenig präsent sei, ganz im Gegenteil zur Situation im Vereinigten Königreich. Ich bat zu überdenken, ob es nicht auch hier in Wien angebracht wäre der österreichischen Maklerschaft in der Öffentlichkeit mehr Gehör zu verschaffen, beispielsweise mit einem eigenen Medium. Da wurde ich aber gehörig gewaschen. Mayer erklärte mir – unvergesslich sein Tonfall: „Pro-pa-gan-da ist nicht standesgemäß“. Nachdem er mich bei einem nächsten Termin beschnuppern wollte, so seine Worte, meinte ich nur ich bin ja kein Hund. Jedenfalls bin ich nach Hause gegangen und habe den Österreichischen Versicherungsmaklerring (ÖVM) gegründet. Ich konnte es kaum erwarten meine Maklerei auszubauen und als mir eines Nachts im Traum der Name „riskKontroll“ erschien, war klar, so wird die Maklerzeitung heißen. Die Gründung des ÖVM und des Magazins erfolgte sozusagen Zug um Zug.

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