1. Jesus 2. Trump

von Mario Passini

Official White House Photo by Joyce N. Boghosian
Official White House Photo by Joyce N. Boghosian

Nein, das sind keine Fake-News. Solche Sachen lassen sich nicht erfinden, nicht einmal im schrägsten Etablissement. Die Meldung ging um den Globus. Präsident Trump wähnt sich als berühmtester Mann der Welt. Und das kam so: Eine glühende Verehrerin näherte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Greenville, im Bundesstaat North Carolina, Präsident Trump und sagte: Sie sind mit Abstand die berühmteste Person der Welt. Nach einigem Zögern antwortete daraufhin Trump: Das bin ich nicht. Auf Nachfrage wer ihn noch übertreffen würde sagte er: „Jesus. Nur Jesus sei vor ihm. Er gehe bei dieser Bewertung lieber kein Risiko ein“, wird Trump in der New York Times zitiert. Kritiker behaupten, Trump habe eigentlich mit Religion nichts am Hut, er buhle lediglich mit solchen Aussagen um Wählerstimmen von gläubigen US-Amerikanern. Abschließend bemerkte Trump, er habe nur gescherzt.

TRUMP Superman

Was uns allerdings vollkommen vorenthalten wurde, welchen Höhepunkt einer Selbstdarstellung wir nicht miterleben durften ist dies: Wie bekannt, erwischte, Anfang Oktober, das „Chinesische Virus“ (© D. Trump ) Covid-19 den US-Präsidenten. Daneben noch Gattin und Sohn. Und einige andere Mitarbeiter. Trump wurde ins Walter Reed Militärhospital eingeliefert und stationär behandelt. Schon zwei Tage später – Trump war noch in stationärer Behandlung – machte er einen Kurztrip mit seiner SUV-Panzerlimousine, rund ums Spital – man sah es zeitgleich im Fernsehen – um sich seinen Fans zu zeigen. Das sorgte bei Ärzten für Entsetzen. Trump dazu: Es war nur ein kleiner Überraschungsbesuch.
Nach nur drei Tagen wurde Trump, eigener Ansage zufolge, geheilt entlassen. Dieses großartige Ereignis wollte Trump entsprechend inszenieren und feiern. Nach seiner Entlassung wollte er seine Fans überraschen. Und das hatte sich Trump so ausgedacht: Er wird nach der Rückkehr aus dem Spital auf dem Balkon des Weißen Hauses auftreten. Dort werde er anfangs, kurz, bewusst gebrechlich erscheinen. Aber dann, so der Plan des Präsidenten, werde er sich sein Hemd zerreißen und er werde im Supermann-Dress vor seinen Fans stehen um seine Stärke zu demonstrieren. Das alles kann man in der New York Times nachlesen. Diesen tollen Gag hat ihm aber sein Team ausreden können. Diese Spaßbremsen. Die verstehen es nicht: Humor ist, wenn man trotzdem lacht.