Taufpaten der Fußballtempel

von Christian Sec

wide view of FC Barcelona (Nou Camp) soccer stadium

In den USA sind Sportarenen schon seit den 1930er-Jahren nach Sponsoren benannt. Schlussendlich hat auch in Österreich das Namenssponsoring für Sportstätten Einzug gehalten, wobei gerade die Versicherungen sehr starkes Engagement zeigen.
Große Konzerne sind für Sentimentalitäten nur wenig empfänglich und sehnen sich nicht wie viele Fußballfans zurück in die guten alten Zeiten, als noch im Sankt Hanappi oder im Liebenauer-Stadion gekickt wurde und die Stadien nach legendären Fußballern oder nach Grätzln wie Prater und Hohe Warte getauft wurden. Heute gibt es kaum ein größeres Stadion, das nicht von den großen Konzernen als Sponsorenplattform ausgebeutet wird. Dabei sind es sind nicht zuletzt die Versicherungen, welche die Sportstätten als Werbeplattform nutzen. In Österreich tragen vier von zehn Fußballstätten in der ersten Fußball-Bundesliga das Namenslogo von Versicherungen – das Allianz-Stadion (Rapid Wien), die Generali-Arena (Austria Wien), die Merkur-Arena (Sturm Graz) und die NV-Arena (St.Pölten).

Allianz als Wegbereiter

Vor allem die Allianz-Versicherung hat eine Vorreiterrolle in der Namensgebung von Stadien weltweit eingenommen. Begonnen hat alles mit der Fertigstellung der Allianz-Arena in München im Jahre 2005. Mittlerweile hat die deutsche Assekuranz ein weltweites Portfolio von acht Stadien, die allesamt den Namen des Versicherers tragen. München, Sydney, London, Nizza, Sao Paulo, Wien, Turin und Minnesota gehören zur Allianz-Stadionfamilie. Für das Namensrecht an der Münchner Allianz-Arena zahlt die Assekuranz jährlich kolportierte sechs Millionen Euro. In Turin werden rund drei Millionen pro Jahr fällig. Es stellt sich dabei die Frage nach Sinn und Zweck eines solchen Engagements. So ist vor allem das Engagement der Versicherungen in diesem Bereich so groß, weil Sportstätten die Möglichkeit bieten leblose Produkte wie Versicherungen emotional aufzuladen. „Bei einer abstrakten Marke wie Allianz wird ein Stadion schnell zu einem ausdrucksstarken Symbol, mit dem sich unsere Mitarbeiter und Partner identifizieren und auf das sie stolz sein können“, erklärt Christian Deuringer, Head of Brand Management bei der Allianz. „Die Stadionpartnerschaften und damit zusammenhängende Aktivitäten steigern nicht nur den Wiedererkennungswert der Marke Allianz, sondern lassen sich auch sehr gut mit dem weltweiten Engagement der Allianz auf dem Gebiet der „sozialen Verantwortung“ verbinden.“ So veranstaltet die Assekuranz jährlich das Allianz Junior Fußball Camp in München, wo die zukünftigen Stars von FC-Bayern-Coaches trainiert werden, das Training der Profis beobachten können, ein Match der Bayern-Stars in der Allianz-Arena live erleben können und anschließend die Möglichkeit zu einem Meet & greet mit den Stars des FC Bayern München haben. In Wien ist die Allianz sowohl Namensgeber des Allianz-Stadions als auch Trikotsponsor. Im Rahmen der Kooperation mit dem SK Rapid ist die Allianz auch Partner des Special-Needs-Teams von Rapid.
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