Glückliche Fische

von Mario Passini

©pressmaster - stock.adobe.com

Schottische Fischer beklagen die Auswirkungen des Brexits. Es gibt Probleme den Fang, so wie bisher, in die EU zu exportieren. Darüber informierte der schottische Abgeordnete das britische Parlament. Antwort gab es von einem der extremsten Breximisten, Herrn Jacob Rees-Mogg, dem ein gnädiges Schicksal ersparte bei der Wahl zum schönsten Mann Englands antreten zu müssen. Er erwiderte (nahezu wörtlich). Es mag ja sein, dass schottische Fischer jetzt wirtschaftliche Nachteile erleiden. Dem aber steht gegenüber, dass wir jetzt den Brexit haben! Und das heißt, die Gewässer vor England gehören wieder uns! Und die Fische, die darin schwimmen sind englische Fische. Und englische Fische sind glückliche Fische.

„SEE-Krieg“ um Gibraltar
Endlich kann Brexitannien wieder seine unbesiegbare Seemacht demonstrieren. Und zwar vor Gibraltar. Dort ereignete sich vergangene Woche folgendes: Ein spanisches Zollboot hat ein mächtiges mit „tausend“ Kanonen bestücktes britisches Kriegsschiff, die HMS Dasher, darauf hinweisen wollen, dass Gibraltar weiterhin zur Schengenzone – also Kontinentaleuropa – gehört. Haben die Gibraltanianer (?) doch zu 99 Prozent FÜR Europa gestimmt. Und es gibt einen Staatsvertrag zwischen Spanien und England, wonach Gibraltar zur EU-Schengen-Zone gehört. Das interessiert die britische Navy aber gar nicht. Denn nach ihrer Version gehören die „Wässerchen“ vor Gibraltar weiterhin zu Brexitannien. Also schickte die HMS Dasher ein „Royal Navy RHIB“- (Kampfschlauchboot) dem Zollkutter entgegen, um England vor dem Eindringen eines Zollbootes in britisches Gewässer zu schützen. Der Ausgang der Schlacht? Die HMS blieb weiter im „englischen“ Wasser. „Global-Britannia“ ist stolz. Die englischen Social-Media-Kommentaren waren randvoll mit kriegerischen Aufrufen wie: Sofort versenken! Oder: Sofort kapern und als Siegesbeute heimbringen! Ob die liebe englische Queen mit der Seeräuberbeute eine Freude hätte? Das Brexit-Drama wird weitergehen. Traurig.

Das Allerletze

Sind Sie liebe Leserin, lieber Leser, von der Verlängerung des Lockdowns überrascht? Nein? Verständlich. Trommeln doch seit Tagen, die ausgewiesendsten Experten aller Experten man müsse den Lockdown nicht nur verlängern, sondern noch viel mehr verstärken. Schuld daran sei die britische Variante des Virus. Dieser Böse sei fünfmal ansteckender. Die Todesrate noch höher und man verriet viele sonst geheime Virusgeheimnisse mehr. Was bleibt der Politik übrig als Zusperren zu kommandieren? Um ja kein Missverständnis aufkommen zu lassen: JA, es gibt den gefährlichen Virus und Ja wir sind für Testen und Impfen. Wobei uns noch erklärt werden möge wie das Einkehrtesten funktionieren soll, wenn Werktätige täglich ihr Mittagessen in einem Wirtshaus einnehmen wollten.
Seid gewarnt. Denn das ist ja noch gar nichts gegen eine weitere, neuere Variante des Virus: Die Brasilianische. Die soll sogar um das zehnfache gefährlicher sein. Die Politik selbst ist hilf- und ratlos. Man verlässt sich auf Experten. Was werden die dann gegen den „Brasilianischen“ raten? Oder hört man dann gar auf die immer lauter werdenden Experten, die eine gegenteilige Meinung haben? Die gibt es wirklich. Nach dem alten Motto drei Sachverständige sechs Meinungen. Die Politik ist fein raus. Man ist für die entsetzlichen Folgen des Lockdowns nicht verantwortlich. Im Gegenteil. Man hat auf die Gesundheit des Volkes geachtet.