Andrà tutto bene – Alles wird gut

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Ach, was muss man oft vom bösen Virus hören oder lesen – genug davon! Wilhelm Busch protestierte gegen die Veralberungen seines „Max & Moritz“-Gedichtes. Was hilft gegen Chaostheoretiker, Angstmacher und Katastrophenverkünder? Manch einem ist es einfach schon zu viel, was da an Angst, Schrecken und nahezu halbstündlichen Todesfallmeldungen eingeflößt wird.

Das löst Melancholie, Verzweiflung, Schockstarre, ja sogar Lebensangst aus. Stress pur. Dagegen anzuschreiben ist fast unmöglich. Denn dies ist die Stunde der Polemik. Dennoch soll hier versucht werden, Lebensfreude anzufachen. Jammern hilft ja doch nichts, besser ist‘s, die guten Eigenschaften zu aktivieren. Klar, diese Helferlein nutzen nicht gegen den aufkommenden wirtschaftlichen Niedergang, Verluste in Milliardenhöhe, Defizite, Inflation und Armut. Welch ein Glück, immerhin sind es keine todbringenden Gefahren. Die Tante Jolesch (Friedrich Torberg) sagte dazu: „Gott soll einen hüten vor allem, was noch ein Glück ist.“  Zeit, die Lebensgeister zu wecken, denn auch gute Gedanken können anstecken.

 

Die Schule der Optimisten

Diese Eigenschaften sollte man sich zulegen – so man sie nicht ohnedies schon hat – wenn einem die sprichwörtliche Decke auf den Kopf fällt. Nein, hier werden nicht Allerweltsweisheiten mit erhobenem Zeigefinger aufgezeigt, sondern Erkenntnisse aus Expertisen – und diese nur ansatzweise, also keine Besserwisserei. Die Erkenntnisse der Weisen beginnen mit dem ernsthaften Versuch, das Leben positiv zu sehen – schau‘ nicht aufs Negative. Wer optimistisch denkt und handelt, sieht sein Leben in einem anderen Licht. Wahr ist aber auch, dass ein Optimist deswegen noch lange nicht auf Rosen gebettet ist. Das Leben ist ein ständiges Auf und Ab. Das Gute daran: Man hat (fast) immer eine Wahl. Es ist alle Mühen wert, jene Seiten des Lebens zu finden, die man als angenehm empfindet. Einem Sprichwort zufolge ist ein Optimist kein unwissender Pessimist, sondern einer, der versucht, das Positive hervorzuheben.

Eine der schwierigsten Übungen ist, ehrlich zu sich selbst zu sein, denn dazu braucht es Mut, und Ausreden gelten nicht. Deshalb heißt es ja auch: Wer eine Ausrede sucht, findet deren tausend. Und man soll sich nicht mit anderen vergleichen. Es gibt kein Maß, mit dem man nachmessen könnte, wer besser oder schlechter wäre. Jeder ist sein eigenes Universum. Was es noch bedarf, um möglichst unbeschädigt durch die Niederungen des Lebens zu kommen? Motivation! Damit bringt man sich in Schwung und meistert Herausforderungen. Motivation hilft auch dabei, ein gewähltes Ziel zu erreichen. Die Stärke des Optimisten, Probleme durchzustehen, kommt von innen, weil er aus Überzeugung handelt. Daraus folgt: Wer optimistisch ist, akzeptiert die Realität. Ein Lehrsatz für Optimisten lautet: Sei dein eigenes Projekt. Arbeite daran und sei stolz auf den Fortschritt. Das ist Optimismus im Leben.

 

Lassen wir zum Schluss Dr. Martin Seligman, Psychologe und Direktor für Psychologie an der Universität von Pennsylvania (Pennsylvania, USA), zu Wort kommen. Er sagt: „Optimist zu sein, bedeutet, sich zu bemühen, Lösungen, Vorteile und Möglichkeiten für jegliche Probleme zu finden, die uns auf unserem Lebensweg begegnen.“ Na also, vielleicht wird nicht alles gut, aber sicher wird einiges besser werden.

Das sieht der Optimist

Er sieht auch das Positive an der derzeitigen Lage. Beispiele? Die Luft ist klarer, im Hafen von Mallorca schwimmen Delphine und im klaren Wasser der Lagunen von Venedig Fische. Keine Flieger am Himmel. Bergsteiger können den Gipfel des Mount Everest wieder sehen und Erdbebenforscher können wieder leichte Erdbeben orten, denn die Schwingungen des Planeten Erde haben sich messbar verringert.  

Ein Wienerlied als Lebenshilfe?

Durch Zufall bin ich auf ein altes Wienerlied gestoßen. Der Text ist natürlich keine Gebrauchsanweisung zur Wiederauferstehung, aber als herzensgut gemeinte Anleitung gegen Melancholie, Resignation oder Verzweiflung ist er allemal zu gebrauchen. Der Refrain, hier im Original Wiener Dialekt, und eine Zeile darunter in kursiv gesetzt der Versuch einer Übersetzung ins Hochdeutsche (Hd). Das konnte nicht gut gehen – ist es auch nicht.

Mir raubt nix mei Ruah. (Musik: Edwin Kölbl *1898 +1974;  Text: Franz Josef Heller)

Mia raubt nix mei´ Ruah

Hd: Ich bin cool.

Des mocht mei´ Hamur

Hd: Mit einem Löffelchen Humor geht‘s leichter.

i kenn ka´ traurig sein

Hd: Ich bin keine Heulsuse.

Trink schtü´ mei´ Glaserl Wein

Hd: Ich trinke – in einsamer Stille – gerne ein Gläschen Wein

Also, daran sollte man sich nicht unbedingt ein Beispiel nehmen. Man muss davor warnen, denn das Trinken hilft nicht. Und wir wollen nicht dem Verdacht anheimfallen, dass wir zum Berufstrinkertum raten würden.

Und klopft daun und waun, Frau Surg bei mia aun

Hd: Und gibt es gelegentlich Sorgen …

Des ändert ned´ mein Sinn,

Hd: Na und, ich bin cool..

 

Wäu´ i bleib wia i bin

Das ist zweideutig. Erstens: Man ist nicht bereit, sich zu ändern. Das kann auch eine Drohung sein. Oder man liest es positiv: Nichts bringt mich aus der Fassung, ich bin cool.

Niemand muss mitsingen. Einigen könnten die „Ratschläge“ helfen, anderen vielleicht nicht. Aber schaden können sie garantiert nicht. Wer das Lied hören will, auf YouTube singen es die „16er Buam“.  https://www.youtube.com/watch?v=F0OuwNOCLlA

(Dieses alte Wienerlied wird manches Mal mit kleinen Textabänderungen gesungen)

 

Only the strong survive

In London Town, knapp vor der Tower Bridge, liegt ein ehemaliges Kriegsschiff auf der Themse verankert, der leichte Kreuzer HMS Belfast. Heute ein Museumschiff. Man darf das Schinakel betreten, besichtigen und in Ehrfurcht bestaunen. Mich haben zwei Dinge beeindruckt: Erstens die Admiralskajüte, sie ist noch kleiner als der Nassraum einer Gemeindewohnung Klasse C. Unvorstellbar, wie die Mannschaft leben musste. Zweitens: Eine Metalltafel auf der Kommandobrücke, auf der in ehernen Lettern steht: „Only the strong survive“. Banal, aber immer gültig. Auch heute. Sogar HM the Queen schickte eine Botschaft: „Coronavirus will not overcome us“. Deshalb, ihr Verängstigten, ihr nach Lebensfreude Dürstenden, Verwirrten und an die Wand Gedrückten: Aktiviert Euren Lebensmut, Eure Zuversicht und eine Prise Humor. Letzteres hilft zwar nicht immer, aber immer öfter, meint Euer Mario Passini