Corona – Die WHO untersucht

von Mario Passini

©Leigh Prather/Adobe Stock

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat jene zehn Wissenschaftler benannt, die sie an den „Coronavirus Ground Zero“ Wuhan sendet, um die Ursachen der Krankheit zu untersuchen. Experten wissen immer noch nicht, wie Sars-Cov-2 – das Virus, das Covid-19 verursacht – letztes Jahr in der Stadt in der Provinz Hubei zu Menschen gesprungen ist oder von welchem Tier es stammt. Das WHO-Team, führende Virusjäger, Experten für öffentliche Gesundheit und Zoologen, soll diese brennende Frage klären.

Einer der Brennpunkte des Interesses ist der Huanan Seafood Wholesales Market, wo es enthäutete Küken zu kaufen gab, lebende Tiere in engen Käfigen gehalten und auf Bestellung geschlachtet wurden. Der Markt wurde als das ursprüngliche Epizentrum der Krankheit angepriesen. Das Wissenschaftlerteam wird versuchen herauszufinden, welche Tiere das Virus möglicherweise übertragen haben und woher sie stammen.

Ein weiterer Besuchsschwerpunkt ist das Wuhan Virology Institute, ein biochemisches Hochsicherheitslabor im Herzen der Stadt. Es gab weltweit den Verdacht, dass die Krise ihren Ursprung im Institut hatte, nachdem Geheimdienstmitarbeiter in den USA und Großbritannien den Alarm über die Arbeit des Labors an Fledermäusen ausgelöst hatten – obwohl die Theorien nie bewiesen wurden.

Peking gab der WHO im vergangenen Monat den Segen zur Einreise. Dr. Mike Ryan, Leiter des WHO-Notfallprogramms, sagte das Team habe am 30. Oktober die chinesischen Kollegen über Zoom getroffen und seitdem regelmäßig kontaktiert. „Wir erwarten und haben von unseren chinesischen Regierungskollegen die Zusicherung erhalten, dass sich die internationale Gemeinschaft von der Qualität der (chinesischen d.Red.) Wissenschaft überzeugt kann“. Wir müssen dort beginnen, wo wir die ersten Fälle gefunden haben – und das ist in Wuhan in China – und danach müssen wir den Beweisen folgen, wohin auch immer das führt“, fügte er hinzu.
Die WHO und das Team warnen, dass es sich um ein „Rätsel handelt, dessen Lösung Jahre dauern kann“.