Corona-Krisenkonzept für Anleger

von Michael Kordovsky

Geld

Jetzt geht es ums nackte finanzielle Überleben in einem deflationären Schock, der mittelfristig in ein inflationäres Szenario übergehen sollte. risControl zeigt, worauf es nun ankommt.

Je weiter sich das Virus COVID 19 ausbreitet, desto mehr wird die Wirtschaft heruntergefahren. Per 30. März ist bereits weltweit die Bewegungsfreiheit von drei Milliarden Menschen eingeschränkt. Zuletzt hat Indien für seine 1,3 Milliarden Einwohner Ausgangssperren verhängt und in den USA ereignet sich ein Lockdown auf Raten. Spätestens mit der Schließung des Silicon Valley könnte dort die perfekte Panik einsetzen.

Der Ölpreis (WTI) ist binnen drei Monaten um ca. zwei Drittel gefallen und trotz Warenverknappung führten Abverkäufe von Lagerbeständen zu fallenden Warenpreisen. Wenn Firmen durch vorübergehende Betriebsschließungen keine Einnahmen generieren, aber Geld zur Deckung ihrer Fixkosten brauchen, dann liegt nichts näher, als sich erst einmal Gelder von den Banken zu holen und in weiterer Folge Lagerabverkäufe zur schnellen Generierung von Casheinnahmen durchzuführen. Daraus resultiert vorerst ein deflationäres Szenario vor allem auf der Rohstoffseite, während sich der private Konsum mangels Möglichkeiten immer mehr auf die lebensnotwendigen Güter des täglichen Bedarfs konzentriert.

Weltweit zweistellige Schrumpfung der Wirtschaftsleistung

Die Wachstumsprognosen werden immer pessimistischer je mehr Zeit vergeht. In Europa gehen Experten von einer BIP-Schrumpfung des Euroraums zwischen 1,3 und 10% aus und selbst für China ist eine leicht rückläufige Wirtschaftsleistung nicht mehr auszuschließen. In Wirklichkeit könnte es noch viel schlimmer kommen. Bis zur Normalisierung der Wirtschaft kann es Herbst werden und bis dahin drohen weltweit zweistellige Einbrüche der Wirtschaftsleistung. Dies deckt sich auch mit Simulationsrechnungen aus einem „Seuchen-Planspiel“ vom Oktober 2019: Am 18. Oktober 2019 haben die Bill & Melinda Gates Stiftung, das Weltwirtschaftsforum und das Johns Hopkins Center for Health Security zu Übungszwecken ein Pandemie-Szenario simuliert. Beim „Event 201“ – so hieß die Veranstaltung – war der Auslöser der weltweiten Pandemie ein fiktives Coronavirus (CAPS). Ergebnis: weltweit 65 Millionen Tote und ein Rückgang des globalen BIP um 11%. Aktuell sterben wesentlich weniger, doch die Einschränkungsmaßnahmen der Regierungen beeinträchtigen die Wirtschaft

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