Cybersicherheit als Anlagethema

von Michael Kordovsky

Michael Kordovsky

Mit jüngsten Hackerattacken, die durch die Medien gingen, könnten bald zunehmend mehr Anleger IT- und Internetsicherheitsaktien ihre Aufmerksamkeit widmen. risControl zeigt, worauf es bei Cybersecurity Investments ankommt und welche Aktien langfristig interessant erscheinen.

Cyberangriffe sind nicht mehr Science Fiction sondern brutaler Alltag. Im März 2021 sorgten Hackerangriffe auf weltweit 60.000 bis 250.000 Exchange-Server von Microsoft für Schlagzeilen. Banken, KMUs, Stromversorger bis hin zur Europäischen Bankenaufsicht waren betroffen. Angeblich hat hier eine chinesische Hackinggruppe Sicherheitslücken ausgenützt, um in private und staatliche Computernetzwerke einzubrechen. Zuletzt hatten angeblich chinesische Hacker versucht, große Telekomfirmen in ganz Südostasien auszuspionieren. Und am 2. August sorgte eine Cyberattacke auf ein Impfbuchungsportal in Italien für Aufsehen. Hier forderten Hacker Lösegeld als Gegenleistung für das Passwort zur Entschlüsselung der Daten.

Bereits im Dezember 2020 haben die Cybersecurityfirma FireEye und Microsoft ein riesiges Hackerkomplott aufgedeckt. Unter anderen gegen die Orion Plattform von Solarwinds, eine skalierbare Überwachungs- und Verwaltungsplattform für die gesamte IT-Infrastruktur, die neben Großfirmen auch zahlreiche US-Behörden nützen, haben mindestens 1000 Programmierer monatelang an Hackerattacken gearbeitet. Bis zu 18.000 Organisationen waren betroffen, nachdem die Schadsoftware Sunburst (oder Solorigate) in die Netzwerkmanagementsoftware Orion von SolarWinds eingeschleust wurde. Selbst FireEye, Microsoft, das US-Finanzministerium, die Cybersecurity and Infrasturcture Agency (CISA), das Department of Homeland Security (DHS) sowie das US-Außenministerium und das US-Energieministerium (DOE) waren Medienberichten zufolge betroffen. Die Jahre zuvor gab es ebenfalls weltweit laufend Probleme mit Erspressersoftware, Phishingmails und Datendiebstählen. Ein prominentes Opfer von Datendieben ist die Hotelkette Marriott, die im November 2018 meldete, dass Cyberdiebe seit 2014 die Daten von bis zu 383 Millionen Hotelgästen stahlen. Sie blieben bis September 2018 unentdeckt. In manchen Fällen wurde sogar verschlüsselte Kreditkartendaten erbeutet.

Milliarden-Wachstumsmarkt

Infolge des Homeofficetrends lag der für 2020 geschätzte Schaden weltweit bei mehr als einer Billion Dollar bzw. mehr als einem Prozent der globalen Wirtschaftsleistung – also um die Hälfte mehr als noch 2018. Das ergab eine Studie von CSIS (Center for Strategic and International Studies) und McAfee basierend auf der Auswertung der Angaben von 1.500 IT-Fachleuten von Unternehmen und Behörden in den USA, Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Japan und Australien. Das Schadensausmaß in der Studie berücksichtigt auch die Ausfallzeit von Netzwerken und Imageschäden für Betroffene. Anstiege gab es bei Ransomware (Erpressersoftware), Phishingattacken, der Übernahme von E-Mailkonten, Spionagesoftware und dem Diebstahl von Kryptowährungen.

Zukünftig an Bedeutung gewinnt die Sicherheit des Internet der Dinge. Hier geht es um Sicherung von Haushaltsgeräten, die mit dem Internet verbunden sind, genauso wie jener autonom fahrender Fahrzeuge und von Produktionsanlagen der Industrie. Entsprechend groß ist der Markt für Cybersicherheit, den grandviewresearch.com für 2020 mit weltweit 167,13 Mrd. USD beziffert. In den Jahren 2021 bis 2028 geht grandviewresearch von jährlichen Zuwächsen (CAGR) von 10,9 Prozent p.a. aus.
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