Der letzte Stich

von Mario Passini

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Öffentliche Erregung ist allenthalben spürbar. Wovon die Rede ist? Na, vom verflixten Virus natürlich. Viele sind verunsichert. Wen wunderts? Betreibt doch die hohe Politik eine Art von Informationskampagne, die selbst das primitivste Gemüt als gesteuerte, orchestrierte Indoktrination empfindet. Egal welcher Experte wo auftritt, sei es in den Printmedien oder im Fernsehen. Man braucht nicht nachlesen oder zuhören. Wir alle kennen schon das Mantra, die Beschwörungen, das eintönige Gerede im moralischen Imperativ. Das ist das Gegenteil von Dialog, der, wird er aufrichtig moderiert, ein Prozess des Entdeckens und Lernens sein kann. Dabei, ich zumindest meine, Impfen hilft – und ist ein MUSS. Denken wir nur an die Kinder.
Aber man muss auch akzeptieren, dass verunsicherte Menschen Bedenken haben. Mein besonderer Respekt gilt jenen Künstler und *innen (dieses verflixte Binnen-I), die offen Vorbehalte kundtun und damit auch noch ihre wirtschaftliche Existenz auf´s Spiel setzen. So viel Mut muss man haben. Chapeau!

Die hohe Politik will es aber so: Während in einem Krähwinkel die Pandemie-Vorschriften verschärft werden mit der mitfolgenden Mahnung es werden bald noch schärfere Maßnahmen folgen, rüstet man sich in einem anderen Winkel die Vorschriften zur Virusbekämpfung zu mildern, ja gar einzustellen! Man sollte solche Winkel nicht aburteilen! Aber Geduld, auch wenn sich viele nicht mehr auskennen: Es liegt was in der Luft.

Und es ist mehr als nur eine Hoffnung. In Kürze, spätestens im kommenden Frühjahr (2022), sollte eine Frage nicht mehr aktuell sein: „Sind Sie geimpft?“ Denn dann haben antivirale Medikamente die Marktzulassung. Es sind mehrere verschiedene Medikamente von mehreren Pharmaunternehmen die auf die Marktzulassung warten.
Nach positiven, klinischen Studien hat ein antivirales Medikament die letzten Tests bestanden. Es ist Molnupiravir vom US-Pharmariesen Merck. Am Freitag, den 1. Oktober, gab das Unternehmen bekannt, dass es die Zulassung seines oralen Medikaments beantragen wird. Das Medikament hat sich in der Testphase als hoch wirksam erwiesen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein ernsthaft Erkrankter ins Spital eingeliefert werden muss, habe sich um 50 Prozent vermindert. Anthony Fauci, leitender medizinischer Berater von Präsident Joe Biden, sagte gegenüber Reportern: „Die Daten sind beeindruckend“,

Fakt ist aber auch, dass Experten betonten, selbst wenn das Medikament zugelassen wird, ist es kein Wundermittel und kann hochwirksame Impfstoffe nur ergänzen. Merck plant, auf der Grundlage der Ergebnisse einen Antrag auf eine Notfallgenehmigung (EUA) bei der FDA einzureichen und plant, Marketinganträge bei anderen Aufsichtsbehörden weltweit einzureichen. Es lockt ein 250-Milliarden-Markt.

Einige Experten warnten, zur Virusbekämpfung sei es entscheidend, das Medikament frühzeitig zu verabreichen, damit es wirksam ist. Da nicht immer klar ist, wer ein Risiko für die Entwicklung einer schweren Krankheit trägt, hätte es die größten Auswirkungen, wenn es billig genug und sicher genug wäre, um es weit zu verbreiten. Im Falle einer Zulassung wäre das Medikament von Merck das erste einfache orale Medikament, das sich als wirksam gegen das Coronavirus erwiesen hat. Merck meint, die Pille zur Behandlung des Coronavirus könnte innerhalb von Monaten verfügbar sein.

Es wird aber auch an anderen Fronten gekämpft. Es ist Ziel, eine praktische Pille zu finden, die Patienten zu Hause einnehmen können. Man hofft, dass zumindest zwei solcher Medikamente bereits im kommenden Winter einsatzbereit sind. Nur kurz sollen hier weitere – kommende – Medikamente erwähnt werden: Favipiravir, Synairgen, Dexamethason und andere.

Schluckspecht
Egal, welche antivirale Medikamente kommen mögen, die Vorschriftsprüfer vom Maßnahmenamt werden wohl bleiben. Hat man bisher den Gesundheitsstatus der Menschen kontrolliert, G1, 2 oder 3, ist anzunehmen, dass die Gesundheitsaufsicht streng kontrollieren wird ob man seine Schluckpulver dabei hat. Und natürlich die sogenannte Notfallportion. A la Unfallnotpaket, Das goldene Wienerherz hat auch schon einen Namen für diese Art von Kontrolle: Schluckspecht. Treffender geht´s nicht,

Dem letzten Stich folgt der „Erste-Schluck“. Das Beste in verwirrenden Zeiten? Wenn man trotzdem lacht.