Hommage an den Nonsens

von Mario Passini

Laut Herrn Shakespeare soll im Staate Dänemark etwas faul sein. Dazu kann ich nichts sagen, ich kenne das schöne Land nicht. Dafür aber scheint sicher, dass in unseren Landen etwas schiefläuft. Wenn man die Begebenheiten an der Grenze Tirol-Bayern miterlebt, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, hier geht es nicht mehr um das Virus allein. Da scheinen „Rechnungen“ beglichen zu werden. Tiroler werden streng bestraft, für etwas wofür sich nichts können. Das sollte nicht weiter verwundern, gilt ja eigentlich immer.

Weil sich in einem oder zwei Tiroler Bezirken ein Mutant herumtreibt (der Brasilianische), hat man gleich das ganze heilige Land Tirol zugesperrt – korrekt Ausreisebeschränkungen. Das war der sprichwörtliche „aufgelegte 11-Meter“ für den Herrn Söder. Seines Zeichens indirekter Nachfolger von Ludwig dem III. Seinerzeit König von Bayern. Mit der kämpferischen Parole „Virus“ ist aber alles erklärbar. Es bedarf keinerlei Rechtfertigung oder des Nachweises einer klugen Handlung.

Und die Tiroler? Die werden so schnell nicht vergessen, was ihnen die „Wiener Regierung“ angetan hat. Ich liebe Tirol, das Land und die Menschen dort. G´standene Leut, gute Leut. Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht wenige einen bärigen Zorn auf die „Weana“ haben. Wer könnte es ihnen verdenken. Letztlich leiden sie in Geiselhaft wegen eines Virus.

Die Wiener Regierung ist auch so in Schwierigkeiten. Doch wer darüber berichten wollte, dem droht Verdruss. Also berichte ich lieber über Maghrebinien. Ist auch ein schönes Land. Was? Sie kennen Maghrebinien nicht, liebe Leser? Sie sollten es kennenlernen. Es ist ein himmlisches Stück Paradies auf Erden. Die Menschen, die Landschaft, alles. Und vor allem, Maghrebinien liebt Urlauber. Deshalb ist jeder Urlauber von Gesetztes wegen Staatsgast. Aufenthalt, Verpflegung – auch Hummer und Champagner –  Logis, Freizeitgestaltung, alles was das Urlauberherz begehrt ist für den Urlauber, die Urlauberin, kostenlos. Verständlich der Andrang dort zu Urlauben. Der Kosten wegen können aber nur wenige Glückliche pro Jahr einreisen. So sind vor der Landesgrenze mit der Zeit riesige Zeltlager entstanden. Dort warten die Menschen eingelassen zu werden. Doch nur wenige ziehen das große Los. Jetzt hat einer sein Zeltlager aufgegeben und will zurück. „Warum gehst du?“, fragte sein Nachbar. „Es dauert mir schon zu lange“, war die Antwort. „Wie lange wartest Du denn schon?“ „Über acht Jahre,“ Sein Zeltnachbar reagierte verständnislos: „Ja, wenn Du keine Geduld hast!“

Spätestens jetzt, liebe Leser, werden Sie ahnen, wie schön es in Maghrebinien sein muss. Und dann das: Einem maghrebinischen Staatsdiener wurde Geld zugeschoben! Bisher unvorstellbar. Noch dazu in obszöner Höhe: Eine Million Srini. (Nach unserem Umrechnungskurs etwa zehn Euro). Zwar ist es üblich, dass maghrebinischen Staatsbeamten von vorstellig werdenden Bürgern kleinere Lebensmittelgaben dargebracht werden. Das ist im geringen Staatssold schon eingerechnet. Aber Geld? Das Maghrebinische Amt für Denunziation und Bestechung (DeBeMAG) hat sofort eine strenge Untersuchung eingeleitet. Jede Pressemitteilung unter Klagsandrohung sofort unter Strafe gestellt und nach Zahlungsbelegen gesucht. Die soll es aber nicht geben. War etwa Schwarzgeld im Spiel? Man weiß es nicht. Noch nicht. Der zuständige Staatsdiener solle sofort zurücktreten heißt es. Der aber sagt, sein Name sei Haase, er wisse von nichts. Und jeden der gegenteiliges behaupte würde er zum Duell herausfordern. Ja, so ist das im Wunderland Maghrebinien.

Wir haben es gut. Solche maghrebinischen Probleme gibt es bei uns nicht. Bei uns treibt die Hochverantwortlichen die Liebe zum Volk an. Und die nicht enden wollende Sorge um unser aller Wohlergehen. Deshalb auch müssen wir uns mindestens alle zwei Tage testen lassen, wenn uns Konsumentengelüste plagen. Damit erkannt wird, ob wir schon Opfer des „bösen Dingsbums“, pardon, Virus, sind. Dabei passt etwas nicht zusammen. Es gibt ein Wort, das die Sinnhaftigkeit zweitägiger aufeinanderfolgender Tests zumindest anzweifeln lässt. Das Wort heißt INKUBATION. Es bestimmt den Zeitraum, ab wann bei einem Infizierten das Virus nachweisbar ist. Der kann bis zu 14 Tage lang sein. Im Einzelfall wären also die ersten sieben Zweitagetests wertlos. Und wenn es nur sechs Tage Inkubation sein sollen, dann zeigen eben drei Zweitagetests an, dass man Coronafrei sei. Passt nicht zusammen? Dann wird´s eben passend gemacht.

Niemandem sollte einfallen, sich über Social-Media eine Fake-Testbestätigung verschaffen zu wollen. Schalten Sie den Scanner nicht ein und den Photoshop aus. Eine „unwirksame“ Kopie, das Wort Fälschung sie vermieden, ist kein Kavaliersdelikt. Es gilt als Urkundenfälschung und wird streng bestraft. Mit bis zu einem Jahr Haft. So ist es, wenn man sein Heim sauber halten will.

Wenig Freude werden unsere Hochverantwortlichen haben, wenn wahr wird was der Handelsverband Deutschland voraussagt: Demnach droht an die 50.000 Unternehmen die Pleite. Zu verantworten vom Staat. Schuld sei die Schließungsstrategie des Staates. Bei uns wird es wohl ähnlich sein. Wer pleite ist wird glauben sogenannte Schuldnerberatungseinrichtungen können helfen. Vergessen Sie´s. Im schlimmsten Fall stellt man den „Schuldner“ als bösen Triebtäter hin. Den Tatsachenbericht darüber lesen Sie, liebe Leser, im zweiten Teil von „Hommage an den Nonsens.“ Und weiters, wie Herr Trump in USA triumphiert, wie brisant er seinen Gegner droht und brachial ankündigt: Jetzt fängt es erst an. Auch darüber lesen Sie: Ob es wirklich sein könnte, dass London seine Bedeutung als erster Finanzplatz der Welt an die EU verliert. Und dann noch, warum ich bei einer Karnevalssendung weinte. Aber, bis Aschermittwoch bin ich verloren.

Abschließend ein guter, alter maghrebinischer Rat: „Lass Dich nicht von der Angst fesseln.“ Das könnte man auch als Kalauer verstehen.