Immer wieder…. (Der Spruch des Tages)

von Mario Passini

https://www.theguardian.com/uk-news/2020/dec/11/four-navy-ships-to-help-protect-uk-waters-in-case-of-no-deal-brexit

Noch immer kein Höhepunkt. Die Brexitekstase wird verlängert. Diese Variante hatten nur wenige auf ihrem Wett-Ticket. Dabei war klar: Keine der beiden Parteien wird als erste das Rennen abwinken. Europa sowieso nicht. Man tappt auch dieses Mal nicht in die Brexitfalle. Denn darauf beruht die Hoffnung von Brextremisten. Dass sie sagen können: Schaut her, das böse Europa hat uns zu dieser Art von Brexit gezwungen. Und die Brextremisten selbst? Die wollen diesen Brexit, den uggly, den hässlichen Brexit schon gar nicht. Seitdem ihnen klar ist, dass sie den 2016 versprochenen ofenfertigen „guten“ Brexit nicht hinkriegen, zocken und pokern sie um aus der selbsterklärten Sackgasse herauszukommen.

London findet es not highly delighted (hoch erfreulich. D.Red) einer noch immer einigen EU gegenüber zu stehen. Und um die EU endlich knieweich zu schießen hat man zuletzt, diese Woche, einen pensionierten Navy-General aufgeboten, der wunschgemäß bestätigte, dass es das gute Recht des souveränen Britanniens sei, seine See- und Landesgrenzen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen.
Die Regierungspresse nahm diese Drohung gerne auf. Nachdem die reihenweise Beschimpfung europäischer Politiker nichts brachte, zuletzt war sogar Bundeskanzlerin Angela Merkl dran, die zuvor noch als Englandversteherin verklärt wurde, wurde der Ton rauer, die Themen auch. Die englische Souveränität wurde öffentlichkeitswirksam ins Bild gestellt. Mit einem Kanonenboot. Und dem delikaten Hinweis, dieses Schinakel ist mit Kanonen und Maschinengewehren bewaffnet. Die neue, britische Sicherheitszone erstreckt sich nach Angaben der Londoner Regierung bis zu 200 Seemeilen vor der Küste. Sollte das auch für Land gelten, reichte die neue britische Einflusszone bis nach Paris. Aber das wollen wohl selbst exzessiv, zwanghafte Brexiteers nicht.

Wie es weitergeht? Eine realistisch, glaubwürdige Variante lautet: Man wird weiter abwarten. Der britische Premier wird einen neuen – tollen – Vorstoß wagen und vorschlagen, mit erstem Januar 2021 möge ein Monat lang ein „Probebrexit“ stattfinden. Entschieden wird dann…

Wie bitte? Logo! Mit 20 Jänner 2021 betritt ein vernunftbegabter, klardenkender, kluger Mann die Weltbühne. Erfahren, weitsichtig und rational. Der große weiße Vater wird ein Urteil fällen. Europa freut sich und den Brextremisten wird nicht warm ums Herz. Der große weiße Vater, in Washington, der neue US-Präsident Joe Biden, hat das Sagen. Biden bekennt sich zu einem einigen Europa. Und wehe in Nordirland läuft „politisch etwas schief“. Alles claro?

Es sei denn, dem Wilden Trumm gelingt noch eine Revolution? Nein, es ist keine Posse. Es sind handfeste, politischen Interessen. Stand cool and stand by. Next time, same story. Auf gut Deutsch: Immer wieder….