Tiefschlag Nummer 1

von Mario Passini

©Cebreros - stock.adobe.com

Am Sonntag, den 28. Februar, im Jahre des Herrn 2021, spricht Ex-Präsident Donald Trump als Hauptredner beim CPAC-Kongress in Orlando (Florida). CPAC: „Conservative Political Action Conference“. Sein Thema: „Zukunft der republikanischen Partei und der republikanischen Bewegung.“ Mit einiger Sicherheit wird er sein Megaphon anwerfen und es an drastischen Worten á la Trump nicht mangeln lassen. Man erwartet, dass er die derzeitige Parteiführung scharf angreift und selbstverständlich auch den amtierenden amerikanischen Präsidenten, Joe Biden, den „alten, müden Mann und seine katastrophale Politik“ wie Trump schon mehrmals betont „freundlich“ bemerkt hat. Mutmaßlich wird er sich auch als Kandidat für 2024 vorstellen. Was seine Fans zu Jubelstürmen hinreißen wird. Er hat schon verlauten lassen, dass seine Fans („mit ihm.“ D.Red) so viel gewinnen würden: „Dass sie es satt hätten zu gewinnen.“ Was für eine kompliziert verdrehte Wortwahl.
Der republikanischen Partei, die Partei Trumps, ist angst und bange. Trump ist Herr der Lage. Einer aktuellen Umfrage zufolge sind an die 50% aller republikanischen Wähler inzwischen fanatische Trump-Fans und bereit ihm bedingungslos überall hin zu folgen. Wenn´s sein muss auch in eine neue Partei. Und gar 58 Prozent stimmen seiner Verschwörungstheorie zu, weil sie überzeugt sind, dass Trumps Wahlniederlage eine Lüge ist.
Jetzt müssen die republikanischen Senatoren den Preis dafür bezahlen, dass sie beim Amtsenthebungsverfahren für einen Freispruch Trumps gestimmt haben. Er wird es ihnen nicht danken. Man darf mit einiger Sicherheit erwarten, dass Trump Tiefschläge austeilt.
„Ich freue mich darauf, ihn über seine Pläne nach der Präsidentschaft sprechen zu hören“, sagte James O’Keefe, Gründer von Project Veritas. Veritas ist eine von O’Keefe gegründete Enthüllungsplattform. Die hinter dem Project Veritas stehenden Personen werden in der Presse teils als rechte Provokateure, konservative Politaktivisten, aber auch als rechtsextreme Gruppierung bezeichnet. (Wikipedia).

TIEFSCHLAG: Aber auch Trump selbst traf ein Tiefschlag. Der oberste Gerichtshof der USA lehnte die Forderung Trumps ab die Untersuchung seiner Steuererklärungen und die Herausgabe von Unterlagen zu stoppen. Die Staatsanwälte in Manhattan (New York) unter der Leitung von Cyrus Vance, Bezirksstaatsanwalt von New York, untersuchen die Trump-Organisation. So lange Trump Präsident war, ruhte das Vorhaben. Aus Staatsanwalt Vances Büro verlautet: „Die Arbeit geht weiter.“ Trump hat Vances Vorgehen als „Fortsetzung der schlimmsten Hexenjagd in der amerikanischen Geschichte“ bezeichnet.
Der Oberste Gerichtshof hat keine Erklärung für seine Entscheidung abgegeben. Die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs bezog sich auf eine Vorladung der Grand Jury für Trumps persönliche und Körperschaftsteueraufzeichnungen. Vance argumentiert, dass Staatsanwälte aufgrund öffentlicher Berichte über ein „möglicherweise umfangreiches und langwieriges kriminelles Verhalten bei der Trump-Organisation“ Zugang zu den Unterlagen erhalten müssen.
Berichten zufolge werden Kredite an Trumps Immobilien in New York untersucht. Und mögliche Vertuschung von Geldzahlungen an Pornostar Stormy Daniels und das ehemalige Playboy-Pinup Karen McDougal. Weiters prüfen die Staatsanwälte in Manhattan laut Bericht Kredite in Höhe von fast 300 Millionen US-Dollar an einige der bekanntesten Immobilien von Donald Trump in der Stadt. Darunter könnte auch ein Kredit der Deutschen Bank sein, die sich inzwischen von ihrem Kunden abgewandt haben soll. Auch ob Trump persönlich haftet soll untersucht werden.

Die Untersuchungen sind Teil eines umfassenden Verfahrens wegen mutmaßlichen Versicherungs- und Bankbetrugs durch die Trump Organisation. Im vergangenen Jahr forderte die Staatsanwaltschaft bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft des Unternehmens, Mazars USA LLP, Finanzunterlagen aus vergangenen acht Jahren an. Laut New York Post ebnet eine große Jury den Weg, Trumps Steuererklärungen und andere Finanzdokumente von seiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu erhalten. Eine bedeutende Niederlage Trumps. Ein Tiefschlag. Quelle: New York Post.