Versicherer als Innovations­muffel

Mag. Christian Sec

Wenn es um Innovation geht, dann zählen die Versicherer zu den Verlierern des 21. Jahrhunderts. Keine einzige Versicherung liegt unter den Top-1000-Unternehmen im Bereich Ausgaben für Forschung und Entwicklung, zeigt das Innovations-Ranking von BCG. Die Hoffnung einer Branche tragen die Insurtechs.

Versicherungen geben im Durchschnitt 3,6 Prozent ihrer Einkünfte für Technologieentwicklung aus – das ist rund die Hälfte dessen was Banken für F&E ausgeben. In einer Studie, die 500 Innovationsthemen unter die Lupe nimmt und von der Beratungsfirma Ninety durchgeführt wurde, zeigt sich, dass die meisten Versicherer nur in einem sehr kleinen Innovationsbereich aktiv sind, darunter zählt z.B. nicht der Sektor Blockchain, einer der heißesten Innovationsthemen derzeit. Neue gesellschaftliche Trends, wie Sharing, neue Arbeitsformen oder Social Media werden nur ungenügend von den Versicherern aufgenommen. Die Schwächen im Innovationsbereich bei Versicherungen erklärt Dan White von Ninety folgendermaßen. Zuallererst gibt es ein Bekenntnis dazu, dass Innovation gut ist und ein Teil der DNA des Unternehmens werden soll. Interner Widerstand gegen zu viel Änderung führt zur Einführung von Innovations-Labs oder Studios. Diese sind nicht nur örtlich vom Versicherer getrennt, sondern operieren auch unter ganz anderen, meist freieren Regeln, was Arbeitszeiten, Umgang (Bier statt Kaffee, legere Kleidung) usw. betrifft, was zu einer niedrigen Akzeptanz der Mitarbeiter des Mutterunternehmens gegenüber den Regelbrechern führt und sich in einem niedrigen Return on Investment niederschlägt, doziert White. Schlussendlich werden viele dieser Innovationlabs wieder geschlossen. Die Unternehmen geben dann ihr Geld zu internen oder externen Venturekapitalfonds, die jedoch nicht dafür entwickelt wurden die Prozesse der schwerfälligen Assekuranzen zu verbessern. Drei der Top-Sechs Versicherer europaweit haben kürzlich ihre Labs eingestellt bzw. zurückgefahren, berichtet der Economist.

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